Fujitsu Siemens "Der Markt ist mies"

Vorstandschef Adrian von Hammerstein erwartet für 2003 keine großen Wachstumssprünge. Eine Rückkehr zu den zweistelligen Wachstumsraten vergangener Zeiten ist nicht in Sicht. Nur der Markt für mobile Endgeräte gibt Anlass zur Hoffnung.

München – Die fortwährende Flaute in der IT-Branche macht Fujitsu Siemens weiter zu schaffen. Das größte europäische Computerunternehmen rechnet im laufenden Geschäftsjahr 2002/03 zwar mit stabilen Umsätzen, beim Ergebnis werde es aber Einbußen geben.

Das deutsch-japanische Gemeinschaftsunternehmen von Siemens  und Fujitsu wolle zwar besser abschneiden als der Markt, sagte Fujitsu-Siemens-Chef Adrian von Hammerstein der "Süddeutschen Zeitung". Er sehe aber keine schnelle Erholung der Geschäfte.

"Der Markt ist mies", sagte er zur Situation der Computerhersteller. In diesem Geschäftsjahr, das zum 31. März 2003 endet, wolle Fujitsu Siemens den Umsatz im Vergleich zu den 5,4 Milliarden Euro des Vorjahres ungefähr stabil halten. Das Ergebnis vor Steuern, das 2001 noch 28,7 Millionen Euro betrug, werde allerdings zurückgehen - es wird aber voraussichtlich noch positiv ausfallen.

Leichte Erholung Mitte 2003

Eine leichte Erholung des Marktes erwartet Hammerstein frühestens Mitte 2003. "Eine Rückkehr zu den zweistelligen Wachstumsraten vergangener Zeiten ist nicht in Sicht." Der - nach eigenen Angaben - Marktführer in Deutschland will sich künftig auf zwei Wachstumsgebiete konzentrieren.

Zum einen hofft das Unternehmen auf eine Belebung durch das wachsende Geschäft mit mobilen Endgeräten wie Handheld-Computern oder den neuen so genannten Tablet-PCs. Microsoft  hatte die Flachrechner vor kurzem mit verschiedenen Hardware-Herstellern, darunter Fujitsu Siemens, auf den Markt gebracht.

Zum anderen will sich der Computerhersteller künftig auf Business Critical Computing konzentrieren. "Mobile Geräte nützen dem Anwender nur, wenn hinter ihnen eine gute IT-Infrastruktur steht", sagt Hammerstein. "Anwendungen müssen sicher sein, viele Nutzer müssen auf sie zugreifen können und die Systeme müssen an sieben Tagen in der Woche 24 Stunden reibungslos funktionieren."

Ein weiteres Ziel sei die geografische Ausdehnung der Gesellschaft, die sich weltweit auf Platz vier der Computerhersteller sieht. Fujitsu Siemens wolle seine Position in Europa, vor allem außerhalb Deutschlands, ausbauen "Wir sind da gut unterwegs." Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres habe man Fortschritte erzielt.

Der Marktanteil in den skandinavischen Ländern wuchs im Vergleich zum Vorjahr auf rund zehn Prozent mit einer Wachstumsrate von 34 Prozent. In Großbritannien und Frankreich, wo Fujitsu Siemens gegen die Konkurrenten Hewlett Packard  und IBM  antritt, lägen die Zuwächse bei 23 beziehungsweise 28 Prozent auf Marktanteile zwischen drei und fünf Prozent.

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