Adobe Systems Interaktiv in die Zukunft

Der Softwarekonzern will seinem Acrobat Reader mehr Schwung geben. Interaktivität soll gefördert werden.

Frankfurt - Der Softwarehersteller Adobe Systems setzt bei seinem bekanntestem Produkt, dem Acrobat Reader, in Zukunft auf höhere Interaktivität der Dokumente im Pdf-Format. Auf diese Weise will das Unternehmen weitere Kunden im Behörden- und Unternehmensbereich gewinnen. "Mit dem Bundesamt für Finanzen haben wir erst vor wenigen Tagen einen umfangreichen Vertrag über die Nutzung des Acrobat Readers abgeschlossen", sagte der für das Zentraleuropäische Geschäft zuständige Uwe Kemm. Das Pdf-Format soll dabei noch bekannter werden.

Derzeit seien weltweit rund 500 Millionen Acrobat Reader auf den PCs installiert, sagte Kemm. Die Zahl der Zugriffe auf Pdf-Dokumente könne kaum registriert werden. Mit der aktuellen Version 5.1. des Programms, das seit Oktober verfügbar ist, können auch einzelne Formularfelder ausgefüllt werden und an das Unternehmen gesandt werden. Auf diese Weise könnten unter anderem Behörden die Kommunikation wesentlich vereinfachen. Als Beispiele nannte er Steuererklärungen oder Ausschreibungsverfahren. Aber auch für Unternehmen werde es einfacher mit Auftraggebern oder Lieferanten zu kommunizieren.

Aufgeweichtes Lizenzmodell

Adobe will zudem das Lizenzmodell für Acrobat aufweichen. In Zukunft müsste der Kunde nicht mehr das Vollprodukt erwerben, sondern könne auch Teillizenzen kaufen, mit der zum Beispiel das Verwalten von 10 Formularen möglich ist. Auf diese Weise soll das Produkt auch für kleinere Unternehmen finanzierbar werden.

Neben dem Behördenbereich, dem Klemm besonders hohe Wachstumspotenziale zurechnet, versucht Adobe vor allem Finanzdienstleister und Industriekunden als Kunden zu gewinnen. Bei den dafür notwendigen Beratung der Servertechnologien baut Adobe auf Partnerschaften - etwa mit T-Systens, CSC Ploenzke, SAP AG oder Hewlett-Packard Co..

Zweistellige Zuwachsraten

Konkurrenz für den derzeitigen Quasi-Standard des Pdf-Formats bei der Online-Dokumentenverwaltung sieht Klemm derzeit kaum. "Im deutschsprachigen Raum werden wir zum Beispiel weiter zweistellige Zuwachsraten beim Marktanteil haben", sagte Klemm. Dem Konkurrenten Macromedia habe man in den vergangenen Jahren bedeutende Stücke des Marktes abgenommen. Der Softwaregigant Microsoft habe noch kein Produkt, das technisch mit dem Pdf-Format mithalten könne.

Das Unternehmen hatte Ende November sein Geschäftsjahr 2001/2002 mit einem leichten Umsatz- und Gewinnrückgang abgeschlossen. Der Überschuss fiel um rund 7 Prozent von 205,7 Millionen Dollar auf 191,4 Millionen Dollar, während der Umsatz um zirka 5 Prozent auf 1,164 Milliarden Dollar fiel. Adobe zählt damit weltweit zu den umsatzstärksten Softwareunternehmen.