DAB Bank Broker bläst zum Rückzug

Die HypoVereinsbank-Tochter geht auf Sparkurs: Alle Anlagecenter sollen geschlossen werden.

Düsseldorf – Die DAB Bank  setzt ihren Konsolidierungskurs fort. Pressesprecherin Juliane Giese bestätigte gegenüber manager-magazin.de einen "Handelsblatt"-Bericht, wonach der Onlinebroker alle seine Anlagecenter schließen wird. Bereits zum 20. Dezember soll der Betrieb der eigenständig geführten Niederlassungen in Dresden, München und Frankfurt sowie die zwei Niederlassungen in Berlin eingestellt werden.

Nur wenige Tage später endet auch der Betrieb für die gemeinsam mit Kaufhof/Karstadt betriebenen Shop-in-Shop-Konzepte in fünf weiteren Städten. Die DAB Bank hatte mit dem Aufbau dieser Center erst vor wenigen Jahren begonnen. Die erste derartige Filiale wurde im November 1999 in Mannheim eröffnet.

Einsparungen von drei Millionen Euro im Jahr?

Von der nun beschlossenen Schließung verspreche sich die DAB verspreche Einsparungen an Betriebs- und Personalkosten von drei Millionen Euro im Jahr, schreibt die Zeitung. Von den Maßnahmen sind elf DAB-Bank-Mitarbeiter und 21 Teilzeitkräfte einer externen Gesellschaft betroffen.

"Wir überprüfen derzeit alle Kostenblöcke", sagte Giese. Ob das Unternehmen mit dieser Maßnahme am Ende seiner Sparwelle ist, ist offen. Erwartet wird der Verkauf der Auslandstöchter des Onlinebrokers.

Am Donnerstag berichten mehrere Medien, dass die Veräußerung der Unternehmen in Spanien, Frankreich und Großbritannien kurz bevor stehe. Noch sei aber nicht entschieden, ob es einen Käufer für alle geben wird oder ob die Töchter einzeln verkauft werden, schreibt die "Welt".

Die Pressesprecherin will die Berichte gegenüber manager-magazin.de nicht kommentieren: "Zu Marktgerüchten nehmen wir keine Stellung". Derweil werden in der Presse der französische Wertpapierhändler Fimatex (Société Générale) und die Procapital als potenzielle Käufer gehandelt. Letztere hat bereits die französische Tochter der Comdirect übernommen.

Offen ist auch, wie die DAB-Mutter HypoVereinsbank  weiter mit dem Onlinebroker verfährt. Das Bankhaus hält rund 76 Prozent der Anteile. Branchenkenner spekulieren, dass der Broker mit der Commerzbank-Tochter Comdirect  verschmolzen werden soll, andere sprechen von einer Integration ins Haupthaus. Inwieweit der Verkauf der Norisbank, die auf Konsumentenkredite spezialisiert ist, sich auf die Zukunft der DAB Bank auswirken könnte, ist derzeit unklar.

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