Süddeutscher Verlag Stuttgarter Rettungsanker

Das Münchener Medienhaus hat einen Retter gefunden. Der Verlag der "Stuttgarter Zeitung" wird in den Kreis der Gesellschafter aufgenommen. Dafür bringt das Unternehmen einige dringend benötigte Millionen Euro mit.

München – Nun ist es offiziell. Die Südwestdeutsche Medienholding in Stuttgart steigt beim finanziell angeschlagenen Süddeutschen Verlag ein. Wie der Verlag der "Süddeutschen Zeitung" am Montag in München mitteilte, kauft der Verlag der "Stuttgarter Zeitung" 18,75 Prozent des Zeitungshauses.

Damit hat das Münchener Verlagshaus einen sechsten Gesellschafter gefunden. Alle fünf bisherigen Familien-Gesellschafter geben Anteile an die Medienholding ab. Künftig halten die Medienholding und die Familien Friedmann, von Seidlein und Goldschagg statt bisher 23,1 nur noch 18,75 Prozent. Die Familien Schwingenstein verringern ihren Anteil von 20,5 auf 16,67 Prozent, die Familie Dürrmeier von 10,3 auf 8,33 Prozent.

Der Vorsitzender der Gesellschafterversammlung, Hanns-Jörg Dürrmeier, sagte, oberste Priorität habe die Wahrung der publizistischen Unabhängigkeit gehabt. Mit der Südwestdeutschen Medienholding habe der Süddeutsche Verlag einen gleichgesinnten Partner gefunden, mit dessen Hilfe die wirtschaftliche Basis dieser Unabhängigkeit langfristig gesichert werden könne.

Nach Angaben des Branchenmagazins "Kress-Report" liegt der Kaufpreis in dreistelliger Millionenhöhe. Geld, dass das Unternehmen dringend benötigt. Denn der Süddeutsche Verlag rechnet für das laufende Geschäftsjahr erneut mit einem hohen zweistelligen Millionenverlust.

Derweil hat das Unternehmen einen rigiden Sparkurs eingeschlagen. Erst in der vergangenen Woche wurde bekannt, dass der Konzern noch mal zu den bereits angekündigten 650 Stellen weitere 300 Arbeitsplätze von ursprünglich 5000 abbauen will.

Hauptgesellschafter der Südwestdeutschen Medienholding (SWMH) sind mit je 44 Prozent die Medien Union Ludwigshafen und die Gruppe Württembergischer Verleger. Die Holding ist zu 75 Prozent an der "Stuttgarter Zeitung" und zu 80 Prozent an den "Stuttgarter Nachrichten" beteiligt.

Der Geschäftsführer der Holding, Jürgen Dannenmann, sagte: "Der Süddeutsche Verlag und die Zeitungsgruppe Stuttgart passen hervorragend zueinander, nicht zuletzt in den publizistischen Grundhaltungen."