RTL Regionales gefordert

Der TV-Sender ist ins Visier der KEK geraten. Die Medienwächter fordern mehr regionale Programme.

Kölner – Der TV-Sender RTL ist in die Kritik der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) geraten. Die Medienwächter haben dem Sender vorgeschlagen, freiwillig mehr regionale Programme zu senden. Die Medienvielfalt solle gesichert werden und regionale Programme eine größere Verbreitung erlangen. Das berichtet das "Handelsblatt".

Das dürfte den Machern von RTL nicht schmecken. Regionalprogramme sind teuer, ihre Produktion aufwendig und die Werbeeinnahmen schwach. Von "wirtschaftlichem Rückschritt", ist auch schon die Rede unter Branchenkennern. Dabei punktet der Sender derzeit mit Shows wie "Wer wird Millionär" bei den Marktanteilen vor allen anderen Fernsehsender.

Entscheidungen stehen noch aus

Doch der Zeitpunkt, den sich die KEK ausgesucht hat, ist günstig. Ihr Okay für die Übernahme des Nachrichtensenders n-tv ist nur als "vorläufig unbedenklich" eingestuft worden. Zudem muss die KEK auch noch einer Sendelizenz zustimmen, die RTL in Niedersachsen einholen will.

Sollte RTL nun nicht freiwillig der Forderung nachkommen, ist anzunehmen, dass die KEK sehr viel langwieriger und ausführlicher prüfen wird, ob RTL die öffentliche Meinung beeinflusst. Ob RTL einlenkt ist noch nicht klar, aus Köln war zu hören, dass der Sender ausreichend regionale Programme sende.

Internet profitabel

Unterdessen berichtet die Internettochter RTL New Media, dass die Onlinefirma erstmals in diesem Jahr keinen Verlust mehr ausweisen wird. Geschäftsführer Johannes Züll sagte der "Frankfurter Allegemeinen Zeitung", "dass das Unternehmen dieses Jahr einen Ebita-Gewinn in einstelliger Millionen-Höhe erreichen werde. Der Umsatz steige auf 80 bis 90 Millionen Euro.