Ortsnetz Später Auftrag

Die Deutsche Telekom macht es ihren Mitbewerbern schwer. Call-by-Call fürs Ortsnetz wird sich weiter verzögern.

Frankfurt - Deutsche Verbraucher können ab Dezember nicht mit billigeren Ortsgesprächen rechnen. Obwohl der Bundesrat Ende September den Weg für das so genannte Call-by-Call und damit den Wettbewerb im Ortsnetz freigemacht hat, hindern technische Gründe die Wettbewerber der Deutschen Telekom AG diesen Dienst anzubieten.

Wie die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtete, verteidigt die Telekom ihre Monopolstellung im Ortsbereich durch eine Verzögerungstaktik. Mit der erforderlichen Softwareumstellung in den Schaltanlagen der Telekom seien die Hersteller der Anlagen, Alcatel und Siemens erst spät beauftragt worden.

Nach Informationen der Zeitung wird es bis Ende April 2003 dauern, bis Wettbewerber mit Ortsnetzangeboten auf den Markt kommen können. Ferner gebe es massive Auseinandersetzungen über den Preis, zu dem die Telekom den Wettbewerbern die Ortsgespräche ermöglichen muss.

Erst am Donnerstag vergangener Woche hatte sich Debitel von seinem Plan verabschiedet, Komplettangebote für Endkunden inklusive Ortsnetz anbieten zu wollen. Als Grund gab das Unternehmen an, sich nicht mit der Deutschen Telekom über einen Preis einigen zu können. Zudem warf Debitel dem ehemaligen Staatsunternehmen vor, die Verhandlungen verzögert zu haben.