Freenet Ringen ums Festnetzgeschäft

Die Mobilcom-Tochter bekräftigt noch einmal ihr Interesse an der Festnetzsparte der Büdelsdorfer. Immerhin ist Freenet Mobilcoms größter Kunde.

Hamburg - Der Hamburger Internet-Anbieter Freenet.de AG  hat sein Interesse an der Festnetzsparte des angeschlagenen Telekommunikationsunternehmens Mobilcom  bekräftigt.

Freenet-Vorstandschef Eckart Spoerr schließt jedoch zugleich nicht aus, dass sich die Büdelsdorfer von ihrer Mehrheitsbeteiligung an der Internet-Tochter trennen müssen. Das sagte der Manager der "Welt am Sonntag".

"Unser Ansicht nach gehört das Festnetz zu Freenet, weil wir es als größter Kunde bis zu 90 Prozent auslasten", sagte Spoerr. Zur dringend notwendigen Modernisierung des Netzes wolle Freenet nach einer Übernahme 25 Millionen Euro investieren, bekräftigte der Vorstandschef.

Einstieg ins DSL-Geschäft

Durch den Kauf würde Freenet drittgrößter Anbieter von Telefon- und Datendiensten im deutschen Festnetz hinter Marktführer Deutsche Telekom  und der Vodafone -Tochter Arcor. Interesse an der Festnetzsparte von Mobilcom hatte auch das Eschborner Unternehmen 3U Telecom gezeigt.

Spoerr kündigte zudem an, dass Freenet Anfang des Jahres in das Geschäft mit den schnellen DSL-Breitbandzugängen einsteigen werde. "Innerhalb eines Jahres peilen wir eine sechsstellige Kundenzahl an."

Über die näher gerückte Rettung von Mobilcom zeigte sich Spoerr erleichtert. Nun sei ein unkontrollierter Verkauf von Anteilen seines Unternehmens durch einen Insolvenzverwalter nicht mehr zu befürchten. "Ich glaube aber, dass der Zeitpunkt kommt, wo Mobilcom Freenet zusammen mit dem Festnetzgeschäft veräußern muss, um sich zu entschulden", schränkte Spoerr ein. Mobilcom hält rund 76 Prozent der Aktien der Internet-Tochter.

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