Vivendi Universal Fourtous Abwehrschlacht

Vivendi-Chef Fourtou kämpft verbissen um seine Mobilfunkbeteiligung Cegetel. Jetzt will er per Anleihe das nötige Kapital bei Investoren einsammeln, um dem Mitbieter Vodafone Paroli zu bieten. Der Abbau des riesigen Schuldenbergs bleibt auf der Strecke.

Paris - Mit einer Wandelanleihe will der mit 17 Milliarden Euro verschuldete Misch- und Medienkonzern Vivendi Universal  die Übernahme des französischen Telekommunikationsunternehmens Cegetel finanzieren.

Institutionelle Investoren hätten bereits Papiere im Wert von 885 Millionen Euro erworben. Erwartet wurde ein Volumen zwischen Volumen zwischen 770 Millionen Euro und einer Milliarde Euro.

Die Anleihe solle eine Laufzeit von drei Jahren haben, teilte der französische Konzern am Freitag mit. Inhaber könnten diese dann in Aktien von Vivendi Universal tauschen.

Beobachter werten die überraschende Emission als Signal dafür, dass Vivendi das Telekomunternehmen Cegetel mit dem zweitgrößten französischen Mobilfunker SFR doch noch komplett übernehmen könne. Um das Unternehmen liefert sich Vivendi eine Übernahmeschlacht mit dem britischen Mobilfunkkonzern Vodafone .

Die Briten haben den Cegetel-Anteilseignern BT Group, SBC Communications sowie Vivendi Universal erst vor kurzem eine rund 13 Milliarden Euro schwere Übernahmeofferte unterbreitet. Vivendi Universal pocht allerdings auf sein Vorkaufsrecht für die Anteile.

Nach der erfolgreichen Platzierung der Anleihe rückt Vivendi jetzt von ursprünglichen Kreditforderungen ab. Der Konzern verhandelte bisher mit den Banken über eine Linie in Höhe von drei Milliarden Euro, um Cegetel zu übernehmen. Jetzt wird lediglich über eine Milliarde Euro verhandelt.

Trotz der erfolgreichen Platzierung beurteilen Beobachter Fourtous Abwehschlacht skeptisch. "Die Ausgabe der Anleihe ist kein Grund die Aktie positiver zu bewerten", sagte Peter Dombeck, Analyst bei der Berenberg Bank. "Ich sorge mich um die finanzielle Disziplin bei Vivendi. Der Schuldenabbau müsste jetzt höchste Priorität haben", so Dombeck weiter.

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