FAZ Radikaler Umbau

Streichkonzert - angeblich will der Frankfurter Verlag bis zu 200 Stellen abbauen.

Frankfurt - Bei der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" stehen die Zeichen auf Sturm. Die Stimmung ist mies. Der Verlag will nochmal kräftig Stellen kürzen. Im Gespräch sind etwa 20 Prozent der Arbeitsplätze.

Die "Financial Times Deutschland" berichtet am Freitag, dass Geschäftsführer Jochen Becker am Donnerstag den Mitarbeitern des Verlagshauses eine E-Mail geschickt habe, in der er die Geschäftsaussichten für das kommende Jahr beschreibt.

Darin heißt es, dass die realistische Umsatzprognose der Anzeigenabteilung für 2003, vorsichtig ausgedrückt, nicht besser sei als für das Jahr 2002. Die Personalkosten sollen nun durch Altersteilzeit und Aufhebungsverträge gesenkt werden, betriebsbedingte Kündigungen ließen sich jedoch nicht vermeiden.

Die Zeitung vermutet, dass es sich um rund 200 Stellen handeln könnte die der Verlag abbauen will. DER SPIEGEL hatte schon vor einigen Wochen geschrieben, bei der FAZ sei mit einem weiteren Personalabbau zu rechnen. Demnach solle es bis Ende 2003 weitere 100 Redakteursstellen weniger geben. 70 Mitarbeitern sollen dem Bericht zufolge betriebsbedingt gekündigt werden.

Im Zuge der Sparmaßnahmen hat der FAZ-Verlag bereits im Sommer dieses Jahres über 100 Stellen abgebaut. Mitte des Jahres beschäftigte das Unternehmen noch etwa 1350 Mitarbeiter. Der Verlag verkündete, sich künftig auf sein Kerngeschäft konzentrieren zu wollen, kürzte beim Internet und stellte das FAZ Business Radio ein. Verkauft werden sollen darüber hinaus die Deutsche Verlags-Anstalt ("Bild der Wissenschaft", "Natur & Kosmos") und der Verlag Kösel und Manesse.

Der FAZ-Verlag hatte 2001 erstmals in seiner Unternehmensgeschichte Verlust geschrieben. Der Fehlbetrag belief sich auf rund 27 Millionen Euro. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet das Unternehmen angeblich einen Verlust von rund 60 Millionen Euro.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.