Pixelpark Paulus Neef in Bedrängnis

Geht der Agentur bald die Luft aus? Offenbar braucht das Internetunternehmen eine weitere millionenschwere Finanzspritze. Gesellschafter Bertelsmann will die aber angeblich nicht zur Verfügung stellen.

Berlin – Erst in der vergangenen Woche trat Pixelparks  Aufsichtsratschef Jürgen Richter überraschend zurück, nun schlägt die nächste Nachricht über den verlustreichen Internetdienstleister Wellen.

Pixelpark benötige erneut dringend eine kräftige Finanzspritze, heißt es. Nach Informationen der dpa geht es um einen weiteren zweistelligen Millionen-Betrag. Angeblich will jedoch der Mehrheitsgesellschafter Bertelsmann nicht zahlen.

Der Medienkonzern habe sich erstaunt über den erneuten hohen Finanzbedarf seiner angeschlagenen Internet-Tochter gezeigt, hieß es am Mittwoch. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen. Weder Bertelsmann noch Pixelpark wollten sich auf Anfrage äußern.

Ohne nachhaltiges Geschäftsmodell

Wie die Agentur berichtet, war Pixelpark-Chef Paulus Neef am Montag dieser Woche in der Gütersloher Bertelsmann-Zentrale. Dort habe er mit Bertelsmann-Finanzchef Siegfried Luther über weitere Hilfen für das Verluste schreibende Unternehmen verhandelt, hieß es.

Nach Angaben der "Wirtschaftswoche" hält Bertelsmann weitere Finanzhilfen für "rausgeschmissenes Geld". Pixelpark sei bis heute den Beweis für ein nachhaltiges Geschäftsmodell schuldig geblieben, werden Manager zitiert. Schon im Vorfeld hatte Bertelsmann-Chef Gunter Thielen gesagt, dass bei Pxelpark noch Optimierungsbedarf bestehe. Auch Pixelpark-Vorstandsvorsitzender Paulus Neef hat bereits Umstrukturierungsmaßnahmen angekündigt.

Wußte Richter mehr?

Die Lage von Pixelpark hatte sich vergangenen Freitag nach dem überraschenden Rücktritt von Aufsichtsratschef Jürgen Richter zusätzlich verschärft. Richter war erst Anfang dieses Jahres an die Spitze des Kontrollgremiums berufen und als Sanierer geholt worden.

Der frühere Vorstandschef des Axel Springer Verlages war zuletzt auf Käufersuche für den Bertelsmann-Anteil an Pixelpark von rund 60 Prozent. Bisher aber ohne Ergebnis. Eine Insolvenz hatte Richter ausgeschlossen, dafür aber ein deutlich kleineres Unternehmen unter Führung eines neuen Partners angestrebt.

Bertelsmann hat Pixelpark schon mehrere Male unter die Arme gegriffen. Erst Ende Juni einen Forderungsverzicht auf ein an Pixelpark vergebenes Darlehen von 40 Millionen Euro ausgesprochen. Ohne diese Stützungsmaßnahme hätte Pixelpark das Aus gedroht. 2001 hatte Pixelpark einen Rekordverlust von 86 Millionen Euro ausgewiesen bei einem Umsatz von 81 Millionen Euro.

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