Online-Verkauf Warten aufs Christkind

Das Weihnachtsgeschäft rückt näher. Internethändler hoffen auf einen Umsatzsprung, denn die vergangenen Monate waren deutlich von der Konsumflaute gezeichnet. Insgesamt wird der Erlös aus dem Onlinegeschäft auf acht Milliarden Euro geschätzt.

Berlin – "Morgen, Kinder, wird's was geben" – unter diesem Motto sehen wohl viele der Online-Händler dem Endspurt des vierten Quartals entgegen.

Zwar sind bei einem Viertel der Internetverkäufer die Umsätze im laufenden Jahr gewachsen, doch der größte Teil der Webhändler hat die Konsumflaute deutlich zu spüren bekommen. Nun soll das vierte Quartal - traditionell das stärkste im Jahr – das Geschäft noch mal deutlich ankurbeln.

Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) schätzt, dass rund 25 Prozent des Jahresumsatzes in den letzten Wochen des Jahres erzielt werden.

Insgesamt prognostiziert der Verband den Umsatz aus dem B2C-Geschäft im Internet für 2002 auf etwa acht Milliarden Euro, was im Vergelich zum Vorjahr einer Steigerung von 60 Prozent entspricht. Der Anteil am gesamten Einzelhandelsumsatz liegt damit bei etwa 1,6 Prozent. Für 2003 erwartet der HDE Online-Umsätze in Höhe von elf Milliarden Euro. Das würde einem Anteil von 2,2 Prozent am Gesamtumsatz entsprechen.

Großhändler dominieren den Markt

"Das Internet marschiert eindeutig vorwärts", sagte Holgar Wenzel, Hauptgeschäftsführer des HDEs. Vor allem Bücher, Schreibwaren, Bürobedarf und Fotos ließen sich gut übers Internet verkaufen. Lebensmittel, Haushaltswaren und Möbel verzeichneten dagegen nur geringe Zuwächse.

Wie der Verband ermittelte, hätten in diesem Jahr jedoch 65 Prozent der befragten 1200 Einzelhandelsunternehmen in Deutschland von stagnierenden Umsätzen berichtet. 11 Prozent verzeichneten sogar Rückgänge, 25 Prozent meldeten dagegen ein Umsatzplus. Wenzel sagte weiter, dass rund 75 Prozent der Händler das Internet für geschäftliche Zwecke nutze.

Hinterherhinken würden jedoch kleinere und mittlere Betriebe. Sie vernachlässigen die Chance, mit Hilfe des Internet Kunden zu binden, so der HDE-Geschäftsführer. Dafür punkten die großen Händler um so mehr. Und so überrascht es kaum, dass die Web-Schwergewichte wie beispielsweise Amazon.com  und Otto rund die Hälfte des gesamten Online-Umsatzes auf sich vereinen.