Dell Warum nicht mal die Nummer eins?

Der PC-Händler trotzt der Krise. Während die Konkurrenz stöhnt, glänzt Dell. Das Unternehmen revidiert seine Gewinnprognose für das dritte Quartal leicht nach oben.

München - Der US-Computerhersteller Dell  hat seine Gewinnprognose für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2002/2003 (Ende Januar 2003) leicht angehoben. Der Überschuss werde um 36 Prozent steigen, sagte Unternehmenschef Michael Dell der "Süddeutschen Zeitung".

Bisher hatte das Unternehmen mit einem Zuwachs von "mehr als 30 Prozent" gegenüber dem Vorjahreswert von 429 Millionen Dollar oder 16 Cent je Aktie gerechnet. Ein Plus von 36 Prozent würde einen Gewinn je Aktie von rund 21,8 Cent bedeuten. Analysten rechnen in einer von First Call ermittelten Durchschnittsprognose mit 21 Cent je Aktie.

Ziel: In Deutschland die Nummer eins

Außerdem bestätigte Dell die Anfang Oktober erhöhte Umsatzprognose von 9,1 Milliarden Dollar, ein Plus von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Experten gehen hier im Schnitt von 9,08 Milliarden Dollar aus. Dell wird an diesem Donnerstag die Zahlen für das dritte Quartal vorlegen.

In Deutschland, wo Dell sich in wenigen Jahren auf den dritten Platz unter den Anbietern geschoben hat, schließt der Manager weitere Gewinne beim Marktanteil nicht aus: "Wir sind in den USA die Nummer eins, wir sind in der Welt die Nummer eins, warum sollen wir nicht auch in Deutschland die Nummer eins werden?" Im dritten Quartal konnte Dell den Angaben zufolge hier zu Lande seinen Marktanteil von 6,6 auf 7,1 Prozent steigern.

Fusionen sind für Michael Dell derweil kein Thema. "Wir sind von innen heraus stark geworden. Und dabei soll es bleiben." Partnerschaften in einigen Bereichen seien für den Unternehmenslenker "das Äußerste der Gefühle", sagte er. Zusammenschlüsse verböten sich allein schon wegen der Probleme, unterschiedliche Unternehmenskulturen vereinigen zu müssen.

Wachstum gerne, aber aus der eigenen Kraft heraus. Dell will am 18 November sein neues Produkt vorstellen. Ein Dell-PDA. Die Markteinführung in den USA und Europa steht bevor. Demnächst will der Hersteller auch in den Drückermarkt einsteigen und selbst produzieren.