Nintendo Super-Mario will Millionen von Nintendo

EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti hat eine Strafe von 149 Millionen Euro gegen Nintendo verhängt, weil der Konzern Konsolen und Spiele überteuert verkauft haben soll. Die Japaner kündigen Gegenwehr an.

Brüssel - Das Verfahren gegen Nintendo war bereits April 2000 eingeleitet worden. Neben Nintendo werden auch sieben europäische Importeure bestraft, die gemeinsam 18 Millionen zahlen sollen. Nintendo kündigte an, Rechtsmittel einzulegen.

Monti wirft den Unternehmen vor, in den neunziger Jahren mit verbotenen Absprachen den länderübergreifende Verkauf von Spielen und Konsolen eingeschränkt zu haben. Damit hätten sie die Verkaufspreise auf einigen europäischen Märkten in die Höhe getrieben.

Nintendo habe zum Beispiel verhindert, dass seine Spiele aus Ländern wie Großbritannien, wo sie billiger angeboten worden seien, nach Deutschland oder in den Niederlande verkauft wurden. Dort hätten Verbraucher teils einen um 65 Prozent höheren Preis zahlen müssen.

In einem zweiten Verfahren hat Monti ein Bußgeld gegen den Kunstauktionär Sotheby's verhängt. Das Unternehmen soll wegen Preisabsprachen mit dem Konkurrenten Christie's sechs Prozent seines Jahresumsatzes und damit 20,4 Millionen Euro zahlen.

Die heimlichen Verabredungen sollen 1993 auf höchster Ebene zwischen Sotheby's-Chef Alfred Taubman und Christie's-Boss Anthony Tennant ausgehandelt worden sein. Sie hätten sich heimlich in ihren Wohnungen in New York und London getroffen, so der Vorwurf. Christie's kam wegen seiner Selbstanzeige straflos davon.