Donnerstag, 21. November 2019

Bertelsmann Ein wenig online bleibt noch

Abschied von BOL - in den USA will der Konzern dagegen seinen Anteil an Barnes&Noble.com erhöhen.

Gütersloh – Bertelsmann eilt seiner Beteiligung Barnes&Nobel.com (BN.com)Börsen-Chart zeigen zu Hilfe. Mit Aktienzukäufen will der Medienkonzern verhindern, dass die Nasdaq den US-Internetbuchhändler von der Börse verbannt. Die New Yorker Börse hatte damit gedroht, BN.com vom Handel auszuschließen, sollte der Aktienkurs nicht wieder über die Marke von einem Dollar steigen.

Daraufhin kündigte auch Joint-Venture-Partner Barnes & Noble Börsen-Chart zeigen vor kurzem Aktienrückkäufe an. Bertelsmann wie die US-Einzelhandelskette halten 36 Prozent an dem Onlinehändler. Die Einzelhandelskette plant, etwa zehn Millionen Dollar zu investieren, um den Aktienkurs wieder in die Höhe zu treiben. Ein Sprecher der DirectGroup Bertelsmann sagte gegenüber manager-magazin.de, dass das Engagement des Gütersloher Konzerns geringer ausfiele.

Der Börsenwert von BN.com wird derzeit auf etwa 156 Millionen Dollar geschätzt. Der geplante Jahresumsatz liegt bei 400 bis 450 Millionen Dollar, der erwartete Jahresverlust wird voraussichtlich circa 100 Millionen Dollar betragen. BN.com zählt rund zwölf Millionen registrierte Kunden.

Bertelsmann hatte erst vor wenigen Wochen angekündigt, aus verlustreichen Internetunternehmen aussteigen zu wollen. Der Konzern beschloss unter anderem sich von seinem eigenen Internetbuchhändler BOL zu verabschieden. Verkaufsgespräche mit Marktführer Amazon scheiterten, nun soll das Geschäft in Deutschland und der Schweiz eingestellt, in den Niederlanden und Schweden veräußert werden. Trotz der Umorientierung bei den Online-Aktivitäten hatte Bertelsmann-Chef Gunter Thielen gesagt, dass sich die Situation für BN.com in den USA günstiger darstelle und dass der Konzern an dem US-Internetbuchhändler festhalten wolle.

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