Orange Smart am Markt

Das Mobilfunkunternehmen hat sein erstes 3G-Handy vorgestellt. Ausgestattet ist das Smartphone mit der Microsoft-Software - eine Premiere für den Softwarekonzern.

London - Gemeinsam mit dem Mobilfunkanbieter Orange will der weltgrößte Softwarekonzern Microsoft am Handy-Markt Fuß fassen. Mit einem neuen Mobiltelefon der dritten Generation (3G) wollen beide Unternehmen im hart umkämpften Markt punkten.

Orange stellte das neue Gerät am Dienstag in London vor. Die Software stammt dabei natürlich von Microsoft. Bereits in zwei Wochen soll das Handy auf den britischen Markt kommen, teilte Orange mit. "Wir wollen Konkurrenten wie Nokia und SonyEricsson aufwecken. Derzeit haben wir das Gefühl, dass sie mit Innovationen nicht schnell genug sind", sagte Orange-Manager Richard Brennan.

Das Gerät ist mit großem Farbbildschirm, Video-, E-Mail- und Kameraanschluss ausgestattet. Es soll in Großbritannien zunächst zu einem Einführungspreis von 179 Pfund – das entspricht rund 283 Euro - angeboten werden. Das so genannte Orange SPV (Sound, Picture and Video) wäre damit deutlich billiger als ähnliche von Nokia und SonyEricsson geplante Geräte.

Vom Erfolg überzeugt

Orange, das zum hoch verschuldeten französischen Telekom-Konzern France Telecom gehört, war vor vier Jahren mit dem Versuch gescheitert, ein eigenes Video-Phone auf den Markt zu bringen. Doch das wird dem Unternehmen wohl nicht nochmal passieren, wenn man Branchenexperten glauben will.

Analyst John Strand vom dänischen Haus Strand Consult: "Nach unserer Auffassung stellt sich nicht die Frage ob das Produkt ein Erfolg wird, sondern wie groß der Erfolg sein wird". Microsoft-Aktien gaben am Dienstag indes in einem schwachen Marktumfeld um mehr als 2,5 Prozent nach.

Nokia hat sein 3G-Handy bereits im September vorgestellt. Dabei hatte der finnische Konzern aber darauf verwiesen, dass das Gerät, das sowohl auf den derzeitigen GSM-Standard als auch auf den Mobilfunkstandard der dritten Generation in Europa (UMTS) zugeschnitten sei, nicht vor Mitte kommenden Jahres in den Handel kommen werde. Auch Motorola und Siemens haben mittlerweile ihre UMTS-Handys vorgestellt.

Für Microsoft ist die Partnerschaft mit Orange ein erneuter Versuch mit seiner Smartphone-Software in den Handymarkt einzusteigen. Seit 1999 will der Konzern in den Markt für Mobiltelefone mit einem Absatzvolumen von jährlich mehr als 400 Millionen Geräten einzusteigen. Dabei stieß der Konzern mit seiner Strategie anfänglich auf heftigen Widerstand der Telekom-Konzerne. "Sie haben mittlerweile ihre Mentalität dahin gehend geändert, dass sie jetzt mit den Anbietern zusammenarbeiten und nicht mehr konkurrieren", sagte Orange-Manager Brennan.

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