PDA-Markt Fehlstart

Nach nur einem Jahr am Taschencomputer-Markt muss Toshiba fehlerhafte Geräte zurücknehmen. Derweil werden erstmals seit zwölf Monaten wieder mehr PDAs verkauft.

Hamburg – PDA-Neuling Toshiba  muss einen herben Rückschlag einstecken. Gerade mal ein Jahr ist der japanische IT-Konzern auf dem Markt der Taschencomputer aktiv und schon erfolgt die erste Rückrufaktion.

Nach einem Bericht der "Japan Times" muss Toshiba 51.500 Geräte zurücknehmen, weil es Probleme mit den Batterien gibt. Betroffen sind die PDAs vom Typ PCe740W und PCe740, die sich vor allem an Geschäftskunden richten. 35.000 Geräte wurden in den USA verkauft, weitere 8000 in Europa.

Auf der Deutschland-Homepage wird die Rückrufaktion bestätigt. Demnach kann es bei den betroffenen Produkten zu einem Datenverlust kommen, wenn der Akku vollständig entladen oder aus dem PDA entfernt wird.

Die Umtauschaktion wird Toshiba etwa 30 Millionen Euro kosten. Analysten rechnen damit, dass der Konzern nach diesem Desaster seine PDA-Strategie grundsätzlich überdenken wird.

Aufwärtstrend am PDA-Markt

Derweil zeigt der Markt für Taschencomputer erstmals seit einem Jahr wieder Aufwärtstendenzen. Nach einer Studie des Marktforschungsunternehmens Gartner stieg der Absatz von PDAs im dritten Quartal um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahresabschnitt. Insgesamt wurden rund 496.000 Geräte verkauft.

Von einer Erholung des Gesamtmarktes kann allerdings nach Einschätzung der Gartner-Analysten noch nicht gesprochen werden. Das Absatzplus war demnach zu erwarten, da das Vergleichsquartal besonders schwach war.

Marktführer ist der amerikanische Hersteller Palm , der rund 31 Prozent aller PDAs verkauft hat. Der Konzern Hewlett Packard , zu der nach dem Merger mit Compaq auch die populäre PDA-Marke iPaq gehört, hat zwar im Gegensatz zum vergangenen Quartal Marktanteile verloren, aber im Jahresvergleich 26 Prozent zugelegt und liegt nun mit einem Marktanteil von 21 Prozent auf Rang zwei.

Für das vierte Quartal erwarten die Marktforscher einen erhöhten Preisdruck. Mit Blick auf das Weihnachtsgeschäft werden die Anbieter das Geschäft mit günstigeren Geräten und Preisnachlässen stimulieren.

Bewegung bei PDA-Betriebssystemen

Bei den Betriebssystemen kann Microsoft  mit seiner Software nach einer Studie des Marktforschungsinstituts Canalys einen satten Zuwachs von 93 Prozent verbuchen. Mit einem Gesamtmarktanteil von 20 Prozent liegt der Redmonder Softwarekonzern gleichauf mit dem Konkurrenten Palm, der sein Betriebssystem ebenfalls auf 20 Prozent der Geräte installieren konnte.

Gewinner ist allerdings die britische Softwareschmiede Symbian. 57 Prozent der PDAs arbeiten mit dem Symbian OS, nachdem im Vorjahr noch 33 Prozent Marktanteil erreicht wurden. Damit liegt Symbian jetzt bei der Handheldsoftware an der Spitze. Grund für den Vorsprung: Der Erfolg des Nokia 7650 mit Symbian-Betriebssystem.