Microsoft Im Bund mit Siebel

Bill Gates hat den Softwaremarkt zur Pflege von Kundenbeziehungen im Visier. Nach wochenlangen Spekulationen gaben nun Microsoft und Siebel Systems eine langjährige enge Zusammenarbeit bekannt.

Los Angeles – Die Gerüchte brodelten schon lange. Übernimmt Microsoft  den SAP-Mitbewerber Siebel Systems ?

Nun haben die beiden Unternehmen das Geheimnis gelüftet: Microsoft und Siebel wollen eng miteinander kooperieren.

Im Zuge einer mehrjährigen Allianz wollen sie beim Vertrieb, Entwicklung und Marketing von Software für Kundenbeziehungen (CRM) zusammenarbeiten. Dabei werden die Softwareangebote Siebels eng an die Microsoft.Net-Softwareplattformen geknüpft. Ziel: Zusammen wollen die Unternehmen weltweit neue Kunden gewinnen. Dafür wollen sie beide jeweils einen nicht genannten Millionen-Dollar-Betrag investieren.

Microsoft hatte in den vergangenen Monaten immer wieder verlautbart, das Geschäft mit Customer Relations Management (CRM) stärken zu wollen. Erst im Sommer übernahm der Konzern die dänische Softwarefirma Navision, die in Europa auf Platz fünf im Bereich CRM-Software rangierte.

Da lag es für Branchenkenner nahe, der Redmonder Konzern könnte nun die günstige Situation ausnutzen und Siebel Systems übernehmen. Noch vor wenigen Tagen dementierte jedoch Siebel-Gründer Tom Siebel die Spekulationen.

Doch die Kriegskasse des Bill-Gates-Unternehmens gilt als prall gefüllt - Übernahmen nicht ausgeschlossen. Während Microsoft im dritten Quartal ein Rekordergebnis einfuhr, kränkelt Siebel Systems dagegen an der allgemeinen Marktflaute. Im dritten Quartal 2002 landete das Unternehmen tief in den roten Zahlen. Der Verlust betrug 92,1 Millionen Dollar.

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