WWL Internet Der nächste Pleitekandidat?

Keine Geduld mehr haben die Kapitalgeber des Internet-Dienstleisters. Nun sind die Finanziers abgesprungen. WWL Internet bleibt nun nichts anderes übrig, als einen Insolvenzantrag zu stellen.

Nürnberg - Der Internet-Dienstleister WWL Internet  hat einen Insolvenzantrag gestellt. Die Investoren hätten die Finanzierung des Unternehmens mit sofortiger Wirkung eingestellt, teilte das Unternehmen am Montag mit, obwohl die Geldgeber im April noch Zusagen zur Finanzierung gegeben hätten.

Die Auftragslage habe sich weiterhin schlecht entwickelt. Man rechne nur noch mit einem Jahresumsatz von fünf bis sechs Millionen Euro. Deshalb sei der Vorstand gezwungen, die Eröffnung des Insolvenzverfahrens zu beantragen. An einer Auffanglösung werde derzeit mit Hochdruck gearbeitet, hieß es weiter.

Neben dem Schritt zum Amtsgericht verkündete WWL Internet zudem, dass der Aufsichtsratsvorsitzende Max Rauch aus gesundheitlichen Gründen von seinem Amt zurückgetreten sei. Deshalb habe der Vorstand beantragt, den Aufsichtsrat gerichtlich ergänzen zu lassen.

Erst seit diesem Montag wir die Aktie von WWL Internet am geregelten Markt gehandelt. Der Segmentwechsel führe zu einer jährlichen Kostenersparnis von rund 200.000 Euro, hieß es noch. Schon seit Monaten versucht der neue Vorstandschef Jürgen Engler, das Unternehmen zu sanieren. Doch trotz aller Bemühungen und striktem Sparkurs gelang es ihm nicht, den Gang zum Amtsrichter aufzuhalten.

Die Versprechen, bald die Gewinnschwelle zu erreichen, mussten immer wieder zurückgenommen werden. Zuletzt hieß es, WWL Internet peile für das vierte Quartal dieses Jahres schwarze Zahlen an. Das Unternehmen ging dabei noch von einem Umsatz von rund 12 Millionen Euro aus. Viel zu optimistisch, wie sich jetzt herausstellt. Große Hoffnungen setzte das Unternehmen dabei wohl auch auf die Partnerschaften mit den IT-Berater Ploenzke Holding sowie der Beisheim Holding Schweiz.

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