Kirch-Krise Louis-Dreyfus hat Klärungsbedarf

Abschluss mit Hindernissen - der Verkauf von Kirchs Sportrechten verzögert sich.

München – Bei der Übernahme der Senderechte für die WM 2006 und an der Fußball-Bundesliga durch die Gruppe um Günter Netzer und den Finanzier Robert Louis-Dreyfus treten offenbar Probleme auf. "Es gab noch einige juristische Details, die zu klären waren", sagte der Anwalt von Louis-Dreyfus, Claus Hass, der "Welt am Sonntag" (WamS).

Die Beurkundung des Vertrags über den Verkauf der Sportrechte der insolventen KirchMedia ist nicht wie geplant am vergangenen Dienstag zu Stande gekommen. Hass geht nun davon aus, dass der Kontrakt am kommenden Mittwoch beim Notar unterzeichnet wird. Der Kaufpreis liegt nach Informationen der Zeitung bei netto rund 180 Millionen Euro. Der Verkauf war am 10. Oktober angekündigt worden.

Spielt Louis-Dreyfus auf Zeit?

Unter Berufung auf nicht genannte Kreise schreibt die Zeitung weiter, dass Louis-Dreyfus auf Zeit spielen und eine endgültige Vertragsunterzeichnung noch einmal verschieben könnte. Die insolvente KirchMedia stehe unter Zeitdruck, da es ungewiss sei, ob der defizitäre Pay-TV-Sender Premiere seine nächste vierteljährliche Rate für die Übertragung der Bundesliga Anfang November zahlen könne.

Allerdings wies Premiere-Chef Kofler jegliche Probleme bei der Ratenzahlung energisch zurück. Laut "WamS" weiß Louis-Dreyfus das Premiere-Risiko und will möglicherweise erst einmal abwarten. Dreyfus-Anwalt Hass bestreitet, dass sein Mandant die Verhandlung verzögere. "Eine neue Verhandlung ist nicht vorgesehen", sagte der Anwalt.

Berlusconi bietet für KirchMedia

Gleichzeitig wurde bekannt, dass der italienische Medienkonzern Mediaset sich eventuell wieder am Bieterrennen um die insolvente KirchMedia beteiligt. Das vom italienischen Premierminister Silvio Berlusconi kontrollierte Unternehmen werde sich dem Konsortium um die französische Fernsehgesellschaft TF1 und dem US-Milliardär Haim Saban anschließen.

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