Premiere "Besser als geplant"

Keine Probleme mit der Bundesliga: Der defizitäre Pay-TV-Sender will die nächste Rate für den TV-Fußball pünktlich zahlen. Gleichzeitig überlegen die Gläubigerbanken, ob sie ihre Kredite in Anteile umwandeln.

München – Premiere-Chef Georg Kofler sieht seinen angeschlagenen Bezahlkanal weiter auf gutem Wege. Demnach wird der defizitäre Pay-TV-Sender auch die nächste Rate für die Fußball-Bundesliga bezahlen können.

"Wir werden unseren Verpflichtungen gegenüber der Bundesliga vollständig und pünktlich nachkommen", sagte Kofler am Sonntag in München. Die "Welt am Sonntag" hatte berichtet, die insolvente KirchMedia stehe beim Verkauf ihres Sportrechtehandels unter Zeitdruck, da es ungewiss sei, ob Premiere seine nächste vierteljährliche Rate für die Übertragung der Bundesliga Anfang November zahlen könne.

Wenn Premiere nicht zahlen sollte, würde das wirtschaftliche Risiko derzeit wieder auf KirchMedia zurückfallen, die aber auch kein Geld habe. Für die Bundesliga-Vereine wäre das eine Katastrophe.

"Unsere Geschäfte und unsere Liquidität sind besser als geplant", so Kofler. Die Kunden hätten Premiere mit der Bundesliga abonniert und bekämen diese auch weiterhin geliefert.

Gleichzeitig prüfen die Premiere-Gläubiger offenbar die Umwandlung ihrer Schuldscheine in Aktien. Wie das Nachrichten-Magazin "Focus" berichtete, stellen vor allem die Bayerische Landesbank sowie die österreichische Bank für Arbeit und Wirtschaft (Bawag) entsprechende Überlegungen an.

"Wenn man Eigentümer und nicht nur Pfandgläubiger ist, kann man anders handeln", sagte Bawag-Generaldirektor Helmut Elsner. Auch Landesbank-Sprecher Matthias Priwitzer habe sich entsprechend geäußert, schreibt "Focus". Premiere hat 767 Millionen Euro Schulden. Neben den genannten Banken wartet auch die HypoVereinsbank auf ihr Geld.

Angeblich soll bis Ende des Jahres ein neuer Investor für Premiere gefunden werden. Nach Koflers Worten überprüften etwa ein halbes Dutzend Interessenten das Unternehmen, von denen sich bereits drei bis vier Kandidaten für eine Endrunde heraus kristallisierten. Im Gespräch seien unter anderem die Investmenthäuser Goldman Sachs und Apax Partners.

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