Pixelpark Ohne Käufer

Kommt die Web-Agentur unter den Hammer? Angeblich will Bertelsmann seine Tochter an die Unternehmensberatung Droege & Comp verkaufen. Doch die Berater haben offenbar gar kein Interesse.

Gütersloh - "Wir werden nicht kaufen", sagte Andrea Behrens, Sprecherin der Düsseldorfer Unternehmensberatung Droege & Comp am Montag der Nachrichtenagentur vwd. Man habe mit Bertelsmann über Pixelpark zwar in Verhandlungen gestanden, habe aber nicht gekauft und werde auch nicht kaufen. Über die Gründe machte die Sprecherin keine Angaben.

Damit widersprach die Sprecherin einem Artikel der Zeitung "Euro am Sonntag". Das Blatt hatte berichtet, dass der Medienkonzern Bertelsmann die Berliner Internetdienstleister Pixelpark  an die Düsseldorfer Berater Droege & Comp verkaufen wolle.

Dabei berief sich die Zeitung auf "gut unterrichtete Kreise". Schon ein Sprecher von Bertelsmann sagte am Wochenende, das Unternehmen äußere sich nicht zu Spekulationen. Die Zeitung schrieb dagegen, die Gespräche seien bereits weit fortgeschritten, verhandelt werde derzeit nur noch über den Preis. Erhalten werde solle nur der profitable Pixelpark-Standort Köln.

"Wir müssen da noch mal zurückschneiden"

Überrascht hätte der Verkauf von Pixelpark sicherlich kaum jemanden, allenfalls dass überhaupt ein Käufer gefunden werden konnte. Bertelsmann sucht schon seit Monaten nach einer Lösung für die defizitäre Internetagentur, doch einen Käufer hat der Konzern nicht aufgetan. Selbst T-Online war in Branchenkreisen im Gespräch als neuer Pixelpark-Herr, doch wie andere auch zeigte das Unternehmen kein wirkliches Interesse. In Branchenkreisen heißt es, Bertelsmann habe den Zeitpunkt zum Verkauf verpasst.

Derweil bekräftigte Bertelsmann-Chef Gunter Thielen am Donnerstag vergangener Woche, sich aus Internet-Aktivitäten ohne Gewinne zurückziehen zu wollen. Allerdings sagte der Bertelsmann-Vorstandsvorsitzende, dass der Konzern am Internetdienstleister Pixelpark festhalten wolle. "Aber wir müssen da noch mal zurückschneiden."

In der vergangenen Woche kündigte die Geschäftsführung von Pixelpark auch bereits "Kapazitätsanpassungen" an, die einen weiteren Stellenabbau beinhalteten. Nach vorläufigen Zahlen erwartet das Internetunternehmen im dritten Quartal 2002 einen deutlichen Umsatzrückgang von etwa 30 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal. Dieser werde das operative Ergebnis deutlich belasten, hatte Pixelpark mitgeteilt, ohne dies näher zu beziffern. Für das vierte Quartal sei keine kurzfristige Markterholung in Sicht.

2001 hatte Pixelpark einen Rekordverlust von 86 Millionen Euro ausgewiesen bei einem Umsatz von 81,3 Millionen Euro. Nach misslungenen Zukäufen und Rückschlägen im Ausland konzentriert sich das Unternehmen wieder auf das Kerngeschäft.

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