Pixelpark Agentur in Nöten

Die Marktflaute fordert weitere Opfer. Da die Internetagentur einen deutlichen Umsatzrückgang erwartet, kündigten Vorstand und Aufsichtsrat von Pixelpark erneut einen Stellenabbau an.

Berlin – Die Nachrichten aus dem Hause Pixelpark  klingen wenig optimistisch. Nachdem Agenturgründer Paulus Neef erst kürzlich seine Aktien an das Bankhaus Sal. Oppenheim übertragen hat, kündigt das Unternehmen nun Kapazitätsanpassungen an.

In einer Ad-hoc-Meldung schreibt die Internetagentur, nach vorläufigen Zahlen erwarte der Konzern einen deutlichen Umsatzrückgang im dritten Quartal 2002. Gegenüber dem Vorquartal werde mit einem Umsatzrückgang von etwa 30 Prozent gerechnet, heißt es. Dadurch werde das operative Ergebnis deutlich belastet.

Keine Markterholung in Sicht

Nun haben Aufsichtsrat und Vorstand einen weiteren Personalabbau in Deutschland zur Anpassung der Kapazitäten an die Marktsituation beschlossen, heißt es. Die Umsetzung dieser Maßnahmen werde demnach im vierten Quartal 2002 erfolgen. "Details stehen noch nicht fest", sagte ein Sprecher gegenüber manager-magazin.de.

Als Ursache für den weiteren Umsatzrückgang führt Pixelpark, an dem der Medienkonzern Bertelsmann mit über 60 Prozent beteiligt ist, im Wesentlichen die weiterhin anhaltend schwierige Marktsituation an. Auch für das vierte Quartal sehe die Agentur keinen Grund optimistischer zu sein. Die andauernde Investitionszurückhaltung ließe keine kurzfristige Markterholung erwarten.

Die Ankündigung über weitere Umstrukturierungen überrascht indes nicht. Schon 2001 schloss Pixelpark mit einem Rekordverlust in Höhe von 86 Millionen Euro ab. Nach einem drastischen Arbeitsplatzabbau ist die Zahl der Mitarbeiter mittlerweile auf weniger als 600 gesunken. Doch offenbar hat dies noch nicht ausgereicht.

Im September hatte Bertelsmann-Chef Gunter Thielen gesagt, dass der Konzern nach einer unternehmerischen Lösung für Pixelpark suche. Dies könne in einer Partnerschaft, neuen Produkten oder dem Verkauf bestehen.

In Branchenkreisen heißt es, Bertelsmann habe den Zeitpunkt für einen Verkauf bereits verpasst. So kursieren immer wieder Gerüchte, der Gütersloher Konzern werde sein Engagement bei der Berliner Firma möglicherweise ganz einstellen. Auch wird über eine weitgehende Integration in den Bertelsmann-Konzern spekuliert.