Hörfunk Werbeflaute macht Radios zu schaffen

Der Druck auf die Privatradios wird immer größer. Wie schon die TV-Branche fordern die Radios werbefreie öffentlich-rechtliche Sender.

München – Für die Privatradios in Deutschland wird es immer schwieriger. Viele kämpfen ums Überleben. So stößt auch dieser Medienzweig ins gleiche Horn wie die privaten TV-Sender, den öffentlich-rechtlichen Sendern endlich die Werbung gänzlich zu verbieten. Am Mittwoch hatte Landesfürst Edmund Stoiber (CSU) erneut ein werbefreies öffentlich-rechtliches Fernsehen gefordert. Unterstützt wurde er dabei von RTL, ProSiebenSat1 sowie vom Chef der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien, Wolf-Dieter Ring.

Ring kritisierte, dass der öffentlich-rechtliche Bayerische Rundfunk (BR) die Preise für Hörfunkspots gesenkt hätten. Daraufhin hätten die Privatradios nachziehen müssen. Doch anders an der BR seien diese Sender im hohen Maße von Werbeeinnahmen abhängig. Im ohnehin schon schwachen Marktumfeld setzt dies die Privathörfunksender noch stärker unter Druck. Als jüngstes Opfer gilt das FAZ Business Radios in München mit seiner Schließung sowie in Berlin das Spreeradio, das kürzlich einen Insolvenzantrag stellte.

Und eine Besserung ist nicht abzusehen. In den ersten neun Monaten dieses Jahres sind die Ausgaben für Radiospots um 4,5 Prozent im vergleich zum Vorjahr gesunken, ermittelte Nielsen Media Research.