Kirch Sport AG Heimsieg für Netzer

Das Management der Kirch Sport AG um den früheren Fußballstar Günter Netzer erhält den Zuschlag für die Sportrechteagentur. Leo Kirch und sein Vize Dieter Hahn gehen leer aus.

München - Die Kirch Sport AG, früher im Kirch-Konzern für den Sportrechtehandel verantwortlich, wird an die Mitarbeiter der Agentur verkauft. Damit übernimmt das Management um den früheren Fußballer Günter Netzer und Ex-Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus (siehe: "Manager des Jahres 1997") unter anderem die lukrativen Rechte für die Fußball-WM 2006 und die Lizenzen für die Fußball-Bundesliga.

Der Gläubigerausschuss habe für den Verkauf gestimmt, teilten Insolvenzverwaltung und KirchMedia-Geschäftsführung am Donnerstag in München mit. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Angeblich soll er sich aber auf rund 300 Millionen Euro belaufen.

Damit gehen die zwei Mitbieter leer aus. Neben der Sportrechteagentur Sportfive hatte auch die Beteiligungsgesellschaft Invision mitgeboten. Im Bieterverfahren hatte Invision mit Leo Kirch und seinem ehemaligen Vize Dieter Hahn kooperiert.

Nach der Insolvenz der KirchMedia geriet die Kirch Sport AG unversehens ins Zentrum des öffentlichen Interesses. In einer Blitzaktion wurden die Rechte an den Fußball-Weltmeisterschaften 2002 und 2006 aus dem insolventen Unternehmen gelöst und auf die Kirch Sport AG übertragen. Joseph Blatter, Präsident des Weltfußballverbandes Fifa, und Kirch-Vize Dieter Hahn hatten den dubiosen Deal noch vor Ostern in die Wege geleitet.

Der Versuch von Leo Kirch, die begehrten Sportrechte vor fremdem Zugriff zu schützen, ist jetzt jedoch endgültig gescheitert. Nachdem der gestrauchelte Medienmogul bereits Anfang der Woche sein Aktienpaket am Axel Springer Verlag verlor, ist der Verlust der Sport AG die zweite Niederlage innerhalb kürzester Zeit.

Wettbieten: Leo Kirch will die Sport AG übernehmen Doppelpass: Günter Netzer tanzt auf allen Hochzeiten Dubioser Deal: Die Sport AG übernimmt die WM-Rechte

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