Premiere Auf Schmusekurs

Frische Filme - der Pay-TV-Sender will sich mit den Hollywoodstudios einigen.

Hamburg – Der Münchener Bezahlkanal Premiere wird seinen Zuschauern demnächst wohl wieder Ware aus Hollywood präsentieren. Nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" (FTD) Stehen die Verhandlungen mit drei großen Filmstudios vor dem Abschluss.

Nach dem Zusammenbruch des Kirch-Konzerns im April war der Strom an hochwertigen Streifen kurzfristig versiegt. Die Verträge waren nicht mit Premiere, sondern mit der insolventen KirchMedia abgeschlossen.

Nach Informationen aus Branchenkreisen wollen Metro-Goldwyn-Mayer (MGM), Warner Brothers und die Paramount Studios die Lieferung jetzt wieder aufnehmen. Der Vertrag mit MGM soll demnach unterschriftsreif sein. Warner und Paramount könnten in den nächsten Wochen folgen.

Premiere-Chef Georg Kofler zeigte sich derweil zufrieden mit der Sanierung des defizitären Senders. Die Geschäfte liefen besser als im Sanierungsplan vom Frühjahr vorgesehen, sagte er der "FTD". Dies werde aus den neuen Quartalszahlen ersichtlich sein, die Anfang kommender Woche veröffentlicht werden.

Murdoch steigt nicht bei Premiere

Unterdessen hat News-Corp.-Chef Rupert Murdoch Spekulationen um einen möglichen Einstieg bei Premiere zurückgewiesen. "Trotz Einlassungen von vielen Seiten planen wir nicht, in diesen großen aber schwierigen Markt zurückzukehren", zitierte die Nachrichtenagentur "Bloomberg" den australo-amerikanischen Medienmogul.

News Corp. hatte über seine Pay-TV-Tochter BSkyB bis zum Februar einen Anteil von 22 Prozent an Premiere. Die Beteiligung schrieb der Konzern allerdings bereits als Verlust ab.