Systems Minus 23 Prozent

Weniger Aussteller - die Fachmesse leidet unter der Krise am IT-Markt.

Frankfurt – Mitten in der schwersten IT-Krise ihrer Geschichte eröffnet die Computermesse Systems am kommenden Montag ihre Tore. Die Probleme der Branche spiegeln sich auch in den Ausstellerzahlen wieder.

1665 Firmen haben sich angemeldet. Das sind 23 Prozent, also fast ein Viertel weniger als im vergangenen Jahr. Die Messeleitung sieht darin aber auch eine positive Marktbereinigung: "Die Unternehmen mit Angeboten, deren Nutzwert für die Anwender nicht klar bezifferbar war, sind vom Markt verschwunden."

Im vergangenen Jahr zog die Messe 121.000 Besucher an, wobei die Veranstalter den Anteil der Fachbesucher mit 99 Prozent angeben - mit Blick auf die Cebit präsentiert sich die Systems gern als das Branchenforum, in dem die Branche unter sich ist.

Schwarzes Jahr für die IT-Branche

Insgesamt wird 2002 zum schwarzen Jahr für den IT-Sektor. Zum ersten Mal werden in Deutschland die Umsätze mit Informationstechnik und Telekommunikation schrumpfen. Der Branchenverband Bitkom erwartet für 2002 ein Minus von 1,3 Prozent auf 136 Milliarden Euro, nachdem zur Cebit im März noch ein Wachstum von 4,2 Prozent in Aussicht gestellt worden war.

Einen Aufwärtstrend gibt es laut Bitkom-Zahlen immerhin noch in der größten Teilbranche: Die Umsätze der Dienstleistungen in der Telekommunikation steigen voraussichtlich um 5,7 Prozent auf 53,6 Milliarden Euro.

Die drei anderen großen Teilmärkte müssen hingegen mit mehr oder weniger großen Einbußen rechnen: Minus 10,3 Prozent bei der Hardware (auf 38,1 Milliarden Euro), minus 0,3 Prozent bei Dienstleistungen in der Informationstechnik (auf 29,2 Milliarden Euro) und minus 0,8 Prozent bei der Software (auf 15,1 Milliarden Euro).

Hoffnungsschimmer CRM

In dieser schwierigen Situation legen viele Systems-Aussteller den Akzent auf Angebote, die den Unternehmen Kosteneinsparungen, mehr Effizienz in ihren Betriebsabläufen oder eine bessere Kundenbindung versprechen. Letzteres wird auf der Systems unter dem Schlagwort CRM (Customer Relationship Management) als "Chance in der Wirtschaftskrise" angepriesen.

Die Hoffnungen der CRM-Anbieter stützen sich darauf, dass bislang erst etwa zehn Prozent der Firmen solche speziellen Datenbanklösungen zur Verwaltung der Kundenbeziehungen einsetzen.

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