Internet-Werbung Ende der Depression

Deutschlands Online-Werber sehen Licht am Ende des Tunnels. Gegen den Negativtrend im Anzeigengeschäft, so Alexander Felsenberg vom Deutschen Multimedia Verband, steigen die Internet-Etats wieder.

Düsseldorf - Immer nur Krise geht aufs Gemüt: Entsprechend freudig wurde das Fazit des Fachkongresses "Online-Marketing-Düsseldorf" aufgenommen. Denn die Internet-Werbebranche gibt sich wieder optimistisch. "Der Abschied vom Stimmungstief ist da", sagten die Veranstalter der nach eigenen Angaben führenden Fachmesse für Werbung im Internet.

Im Gegensatz zu dem insgesamt schrumpfenden Anzeigenmarkt seien die Werbeumsätze im Internet im ersten Halbjahr um 5,4 Prozent auf 114 Millionen Euro gestiegen. Das Wachstum im Gesamtjahr werde voraussichtlich noch darüber liegen, glaubt der Geschäftsführer des Deutschen Multimedia Verbands, Alexander Felsenberg. Und trommelt für mehr Selbstbewusstsein: Künftig will die Online-Werbung ein größeres Stück vom gesamten Werbekuchen.

Bislang fallen erst rund 1,5 Prozent der gesamten Werbeausgaben auf das Internet. Dieser Anteil sollte in den nächsten drei Jahren auf rund fünf Prozent steigen, sagte Felsenberg.

Eine Befragung der Messebesucher ergab nach Angaben des Verbandes, dass mehr als 60 Prozent im kommenden Jahr ein Wachstum der Online-Werbung von bis zu zehn Prozent erwartet. Mehr als jeder Vierte rechnet sogar mit einem starken Wachstum von über zehn Prozent. "Die Grundstimmung ist nicht mehr depressiv, sondern schlägt wieder ins Positive um", sagte der Verkaufsdirektor von Yahoo Deutschland, Christian Muche.

Wichtige Voraussetzung für einen wachsenden Anteil der Online-Werbung sei die auf der Messe bekannt gegebene Einigung führender Online-Vermarkter auf einen einheitlichen Standard zur Reichweitenerhebung im Internet. Um Werbetreibenden den Aufwand für Online-Werbung zu erleichtern, einigten sich die großen Vermarkter zudem auf bestimmte Format- und Datei-Größen für Werbeauftritte im Internet.

Trotz der Wachstumsaussichten sei die Konsolidierung am Markt noch nicht zu Ende, hieß es auf der Messe übereinstimmend. Martin Michel, Geschäftsführer des Vermarkters der Internet-Angebote der Fernsehgruppe RTL, IP Newmedia, erwartet etwa, dass sich die Anzahl der großen Internet-Vermarkter von derzeit rund 15 in den kommenden Jahren auf etwa fünf reduziert.

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