M-Business Die Mobile-Payment-Gemeinde wächst

Mit einheitlichen Bezahlstandards wollen T-Mobile und Vodafone gemeinsam das Geschäft via Handy vorantreiben. Jetzt verhandeln die Mobilfunkanbieter mit neuen starken Partnern für ihre Initiative.

Hamburg - Die Mobilfunkkonzerne T-Mobile und Vodafone  stehen offenbar vor einem Durchbruch bei der Einführung eines einheitlichen Standards für das Bezahlen per Handy. Wie die "Financial Times Deutschland" (FTD) berichtete, könnten die spanische Telefónica und die Mobilfunktochter der France Telecom, Orange, demnächst als Partner gewonnen werden.

Aus mit den Verhandlungen vertrauten Kreisen hieß es demnach, die beteiligten Telekom-Konzerne führen "Gespräche im fortgeschrittenen Stadium". Sollten sich die Unternehmen auf ein gemeinsames Mobile Payment einigen, würde die im Frühjahr ausgerufene Partnerschaft zwischen Vodafone und T-Mobile noch mächtiger.

Sie würde dann mehr als 220 Millionen Kunden erreichen. Vodafone ist gemessen an der Kundenzahl der größte Mobilfunkkonzern Europas, T-Mobile der zweitgrößte. Beide zählen zusammen rund 150 Millionen Kunden. Orange brächte als drittgrößter europäischer Mobilfunkanbieter rund 41 Millionen Kunden ein. Telefónicas Mobilfunktochter Móviles hat 30 Millionen Kunden in Europa und Südamerika.

Mit dem Standard wollen die Mobilfunkkonzerne sicherstellen, dass Kunden überall unabhängig vom Mobilfunkanbieter auf der Welt per Handy bezahlen können. Vodafone und T-Mobile hatten sich auf der vergangenen Cebit auf die Einführung eines einheitlichen Systems geeinigt und wollen möglichst alle Anbieter einbinden.

Marktvolumen von 25 Milliarden Euro

Branchenkenner rechnen für den europäischen Markt der mobilen Bezahlleistungen bis 2006 mit einem Volumen von 25 Milliarden Euro. Dabei soll Mobile Payment unter anderem bei Automaten, Parkuhren, in Geschäften, Restaurants oder Taxen zum Einsatz kommen. Vodafone bietet einen entsprechenden Service seit kurzem für sein deutsches Netz D2 an.

Skeptiker weisen allerdings darauf hin, dass die Kunden möglicherweise keine weitere Alternative zum Bargeld akzeptieren. Schon die Zahlungsangebote im Internetgeschäft haben auf Grund von Sicherheitsbedenken große Probleme bei der Durchsetzung.

T-Mobile darf Ben übernehmen

Derweil kommt die Übernahme des niederländischen Mobilfunkanbieters Ben durch T-Mobile International weiter voran. Am Montag gab die EU-Kommission grünes Licht für die Fusion.

Damit kann T-Mobile die vor zwei Jahren vereinbarte Option auf die vollständige Übernahme von Ben ausüben. Bis zum 30. September will der deutsche Mobilfunkanbieter die restlichen Anteile von 50 Prozent und einer Aktie für zwei Milliarden Euro übernehmen. Bisher wurden die Anteile Belgacom (11 Prozent), TDC aus Dänemark (14,7 Prozent) sowie der Investmentbank Credit Suisse First Boston (24,3 Prozent) gehalten. Im Preis inbegriffen sind 300 Millionen Euro Schulden in Form von Gesellschafterdarlehen.

Mit der Fusion wird die Deutsche Telekom  die Marke T-Mobile nun auch in den Niederlanden anbieten. Mit 1,4 Millionen Kunden ist Ben dort der drittgrößte Mobilfunkanbieter.

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