Echostar/DirectTV Wacklige Angelegenheit

Die Fusion der beiden Medienriesen in den USA steht auf der Kippe. Das Justizministerium könnte ein Veto einlegen.

New York - Die milliardenschwere Übernahme des größten US-Satellitensenders DirectTV durch EchoStar steht angeblich wieder auf der Kippe. Experten im US-Justizministerium hätten sich für ein Verbot des Zusammenschlusses ausgesprochen, berichtete die "New York Times" am Dienstag in der Online-Ausgabe.

Die Behördenvertreter befürchteten eine zu starke Einschränkung des Wettbewerbs beim Satellitenfernsehen. In ländlichen Gebieten, wo kein Kabelfernsehen zu empfangen sei, wäre die neue Gesellschaft demnach vielfach einziger Anbieter von TV-Programmen. Eine endgültige Entscheidung sei im Justizministerium allerdings noch nicht gefallen, ein Verbot aber wahrscheinlich, hieß es in dem Bericht.

EchoStar hatte Ende Oktober vergangenen Jahres die Übernahme von Hughes Electronics, einer Tochter von General Motors (GM), und dem dazugehörigen Sender DirectTV für rund 26 Milliarden Dollar angekündigt. Damit stach das Unternehmen den Medienmogul Rupert Murdoch aus, der über Monate mit GM verhandelt hatte und mit DirectTV die Lücke in den USA in seinem weltumspannenden Satelliten-TV-Netz schließen wollte. Sollte es zu einem Veto der Wettbewerbshüter kommen, könnte Murdoch einen neuen Anlauf nehmen.