Kartellstreit Wettbewerber werden laut

Auflagen nicht erfüllt – die Microsoft-Konkurrenz läuft Sturm und schreibt einen Beschwerdebrief ans Justizministerium.

Washington - Microsoft  macht nicht das, was der Konzern mit der Regierung in Washington vereinbart hat, lautet der Vorwurf der Konkurrenz. Die Mitbewerber von Microsoft laufen Sturm. Das neueste Update des Betriebssystems XP erfülle nicht die Auflagen, die dem Computerkonzern zur Auflage gemacht worden sind.

Nun wendet sich der Industrieverband Procomp an die Regierung. Der Verband, dem Unternehmen wie Oracle , AOL Time Warner  und Sun Microsystems  angehören, haben einen Brief an das US-Justizministerium geschrieben.

In dem Schreiben machen die Unternehmen das Ministerium auf sechs Punkte aufmerksam, bei denen Microsoft ihrer Meinung nach gegen die Auflagen verstößt. Sie kritisieren, dass der Konzern seinen Kunden es unnötig schwierig mache, das Update zu nutzen. Das Herunterladen des sogenannten Service Pack 1 würde zudem extrem lang dauern.

Bemängelt wurde auch, dass das Programm nur mit dem Microsoftbrowser Internet Explorer heruntergeladen werden könne. Zwar könnten mit der Neuerung auch Konkurrenzprogramme installiert werden, jedoch sei die Funktion für die Kunden nur schwer zu finden. Die Unternehmen kritisierten darüber hinaus, dass das Betriebssystem mit dem Internet Explorer starte, auch wenn Netscape installiert sei.

Microsoft-Sprecher Jim Cullinan sagte, das Programm sei darauf angelegt, auch Nicht-Microsoft-Produkte zu nutzen. Suche Windows jedoch die installierten Programme automatisch, könnte es passieren, dass Programme von kleineren Anbietern nicht gefunden werden. Gleichzeitig zeigte sich der Konzern über den Brief verärgert. Es sei eine Schande, dass die Konkurrenz die Politik einschalten wolle.

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