Vivendi Universal Drei Milliarden Euro für Fourtou

Aufatmen für Jean-René Fourtou – der Konzern erhält einen neuen Milliardenkredit. Gerade rechtzeitig, denn in der kommenden Woche will der neue Chef sein Sanierungskonzept vorlegen.

Paris - Der hochverschuldete Medienkonzern Vivendi Universal  hat einen neuen mittelfristigen Kredite über drei Milliarden Euro erhalten. Wie das Unternehmen mitteilte, wird die neue Kreditlinie von einem internationalen Bankenkonsortium vergeben. Das Konsortium besteht aus elf Banken. Der neue Kredit soll einen kurzfristigen Kredit über eine Milliarde Euro, den Vivendi im Juli erhalten hatte, ersetzen.

Glück für Konzernchef Jean-René Foutou. Nachdem der Manager seinen Vorgänger Jean-Marie Messier abgelöst hat, obliegt ihm die Aufgabe, den Konzern wieder umzustrukturieren. Unter Messier hatte der Konzern aufgrund einer massiven Expansionsstrategie einen großen Schuldenberg von rund 19 Milliarden Euro angehäuft.

Fourtou verpflichtete sich bei der Amtübernahme bis Mai 2003 Vermögenswerte in Höhe von circa fünf Milliarden Euro zu veräußern. Sein Konzept erinnert jedoch an das von Messier: Vivendi Universal setzt den Schwerpunkt auf die Mediensparte. Offiziell will der Vorstandsvorsitzende am Mittwoch kommender Woche die Strategie zur Gesundung des Unternehmens vorlegen.

Wie Bloomberg schreibt, will Fourtou das 40-Prozent-Paket an der Wassersparte Vivendi Environnement schnellsten verkaufen. In Frankreich plant er den Mobilfunkspezialisten Cegetel ganz übernehmen beziehungsweise den Anteil weit über 50 Prozent aufstocken, an Medienhäusern in Europa und USA will er weiter beteiligt bleiben. An dem Verkauf der Vivendi-Publishing-Sparte halte der Chef aber fest, heißt es in verschiedenen Presseberichten.