Premiere Koflers letzte Hoffnung

Der Bezahlkanal, der Leo Kirch zum Verhängnis wurde, soll bis zum Jahresende verkauft werden. Doch wer steckt noch Geld in dieses siechste aller Medien? Ein Dutzend Investoren, darunter Filmhändler Kloiber und Alt-Gesellschafter Murdoch, bietet nach mm-Informationen mit.
Von Klaus Boldt

Hamburg - Der einst zur Kirch-Gruppe gehörende, hochdefizitäre Bezahlsender Premiere soll spätestens Ende dieses Jahres verkauft sein. Bislang ist ein Dutzend Angebote bei dem Bankhaus Morgan Stanley eingegangen, das mit der Veräußerung beauftragt worden ist. Dies berichtet das manager magazin in seiner neuen Ausgabe, die am Freitag (20. September) erscheint.

Die Angebote sind allerdings noch nicht verbindlich. Nach dem Konkurs der Zwischenholding KirchPayTV hatten die Bayerische Landesbank (Kredithöhe: rund 450 Millionen Euro), die HypoVereinsbank  (rund 315 Millionen Euro) und die Bawag (rund 135 Millionen Euro) Premiere-Anteile als Sicherheiten erhalten.

Findet sich kein Käufer für den Pay-TV-Kanal, müssen die Institute ihre Kredite ganz oder teilweise in Eigenkapital umwandeln.

Bei den Bietern handelt es sich unter anderem um die Finanzinvestoren Permira, Goldman Sachs , Apax, Warburg Pincus und BC Partners; aber auch der Filmkaufmann Herbert Kloiber (54) interessiert sich für eine Minderheitsbeteiligung.

Der Marktwert liegt bei etwa 1,3 Milliarden Euro

In die Auktion einsteigen wollen voraussichtlich auch Premiere-Altgesellschafter Rupert Murdoch und ein Konsortium aus der US-Kabelfirma Liberty Media  sowie den Finanzfirmen Apollo und Blackstone. Den Marktwert des Senders taxieren Banker auf 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro; für diese Summe müsste ein Käufer allerdings alle anstehenden Zahlungsverpflichtungen übernehmen.

Die ersten Gebote für Premiere liegen bei 350 Millionen Euro. Für diesen Betrag erhielte ein Investor kaum mehr als 30 bis 40 Prozent des Senders. Der Rest bliebe den Gläubigerbanken sowie Premiere-Chef Georg Kofler, der fünf oder 10 Prozent von Premiere übernehmen will. Dem manager magazin sagte Kofler: "Ich bin immer an den Firmen, die ich geleitet habe, beteiligt gewesen."

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