Vivendi Universal Ausländische Investoren ungern gesehen

Mehrere potenzielle Käufer bekunden Interesse an der Verlagssparte des angeschlagenen Medienkonzerns. Doch französische Politker zeigen sich besorgt über den Einstieg ausländischer Unternehmen.

Paris – Vivendi Universal  kommt beim Verkauf von Unternehmensteilen offenbar voran. Nach Presseberichten haben mehrere Bieter Interesse an der Verlagssparte VUP des hoch verschuldeten Misch- und Medienkonzerns bekundet.

Der Wirtschaftsdienst "Bloomberg" berichtete, dass eine Investorengruppe um die französische Bank BNP Paribas ein Angebot für 35 Prozent an VUP abgegeben habe. Die Offerte beläuft sich demnach auf etwa 3,5 Milliarden Euro. Neben BNP Paribas gehören auch Beteiligungsfirmen wie KKR, Apax Partners, Bain Capital, Thomas H. Lee und die Blackstone Group dem Konsortium an.

Vivendi muss dringend Unternehmensteile verkaufen, um den gigantischen Schuldenberg von insgesamt rund 35 Milliarden Euro abzubauen. Zur VUP-Gruppe gehören unter anderem die französischen Verlage Laffont, Plon-Perrin und Pocket, das US-Unternehmen Houghton Mifflin sowie die auf Schulbücher und Nachschlagewerke spezialisierten Häuser Larousse, Nathan und Bordas.

Ein weiterer Bieter bringt sich in Position

Neben dem BNP-Konsortium will offenbar auch der französische Verleger Nicolas Philippe für VUP bieten. Philippe sei bereit, zusammen mit einer Tochter der Geschäftsbank Crédit Agricole ein Angebot für die verschiedenen Verlagshäuser vorzulegen, berichtete das französische Wirtschaftsblatt "Les Echos" am Dienstag. Der Verleger habe bereits Kontakt zu Vivendi-Chef Jean-René Fourtou aufgenommen.

Allerdings bedaure Philippe, dass VUP nur en bloc verkauft werden solle. Damit werde der Käuferkreis sehr eingeengt, sagte der Verleger laut "Les Echos". VUP steht für rund die Hälfte des französischen Verlagswesens. Damit haben Philippe zufolge eigentlich nur Fonds die nötige Finanzkraft für den Kauf.

Ein Verkauf an ausländische Investoren könnte sich indes schwierig gestalten. Der französischen Kulturminister Jean-Jacques Aillagon äußerte sich am Wochenende besorgt über die Aussicht, dass die französischen Verlage in die Hände ausländischer Investoren fallen könnten.

Vivendi selbst wollte die Verkaufspläne nicht kommentieren. Branchenkenner allerdings sehen keine Alternative zu einer Veräußerung. "Vivendi braucht das Geld, um sein Überleben zu sichern", sagte ein Analyst gegenüber "Bloomberg". Zudem dürfte sich ein schneller Verkauf günstig auf die laufenden Verhandlungen mit den Gläubigerbanken über neue Kredite auswirken. Die Gespräche dauern bereits jetzt länger an, als ursprünglich geplant.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.