NTT Docomo Fehlstart für UMTS

Der japanische Mobilfunker kommt ins Grübeln. Die Ziele für UMTS waren wohl zu hoch gesteckt.

Tokio - Das japanische Mobilfunkunternehmen NTT Docomo  erleidet mit seinem UMTS-Engagement wohl eine Schlappe. "Die Erfahrungen, die wir bisher gemacht haben, sprechen dafür, dass wir keine andere Wahl haben als unsere Ziele zu senken, zitiert die "Financial Times Deutschland" den NTT-Docomo-Chef Keiji Tachikawa.

Das Unternehmen hat in Japan bereits die dritte Mobilfunkgeneration gestartet. Bis Ende 2003 wollte der Mobilfunker 1,38 Millionen Kunden für UMTS gewinnen, doch die Fakten sprechen dagegen. Bis März erreichte die Tochter des Telefonkonzerns NTT gerade 127.000 Kunden, geplant waren 150.000.

Doch allein an NTT Docomo liegt der drohende Fehlstart nicht. Die Handyhersteller kamen mit der Produktion nicht hinterher, mobile Telefone für den neuen Mobilfunkstandard, die auch i-mode transportieren, zu entwickeln. Folglich bleib der Run auf UMTS aus. Dies führe zu weniger Kunden als prognostiziert, so Tachikawa.

Keine guten Aussichten für Europa. Dort beäugen die Mobilfunkunternehmen den Vorreiter in Japan. Die Zweifel am Erfolg von UMTS sind mittlerweile so groß, dass einige Unternehmen ihre UMTS-Aktivitäten erst einmal auf Eis legen wie beispielsweise der finnische Konzern Sonera und die spanischen Mobilfunker Telefonica Moviles. In Deutschland ist mit Quam bereits einer der sechs Halter einer UMTS-Lizenz weitgehend vom Markt verschwunden. Was mit der UMTS-Lizenz geschieht, ist derzeit noch nicht klar. Nächster Kandidat, dessen Lizenz frei werden könnte, könnte Mobilcom  sein.