WAZ-Gruppe Absage?

Einer der Eigner der Verlagsgruppe will angeblich vom Axel Springer Verlag nichts wissen. Damit könnte der eigenen Geschäftsführung ein Strich durch die Rechnung gemacht werden. Doch aus dem Gesellschafterkreis kommt ein Dementi.

Essen – Wie sie oder will sie nicht? Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtete am Freitag, dass eine der Eigentümerfamilien der Essener WAZ-Gruppe - der Schubries-Stamm - nicht bei dem Axel Springer Verlag  einsteigen will. Doch aus dem Gesellschafterkreis kommen andere Meldungen.

Wie es nun im dem Bericht heißt, sei für die Ablehnung die schwierige wirtschaftliche Situation des Axel Springer Verlags, der Widerstand der Springer-Geschäftsführung, die Höhe des Kaufpreises und die Unsicherheit, ob man einen angemessene unternehmerischen Einfluss auf Springer bekäme, maßgeblich. Zudem kämen kartellrechtliche Bedenken hinzu.

Folgt man dem Bericht, dürfte das Bestreben der WAZ-Geschäftsführung nun beendet sein, beim Axel Springer Verlag einzusteigen. Ohne die Zustimmung der Gesellschafter ist ein Engagement nicht möglich. Ein Sprecher des Verlags wollte den Bericht gegenüber manager-magazin.de nicht weiter kommentieren.

Funke-Gruppe zu einem Einstieg bei Springer bereit

Ein Vertreter von Anteilseignern der WAZ wies jedoch unterdessen gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters den Zeitungsbericht zurück, wonach es im Kreis der Teilhaber Widerstand gegen einen Einstieg beim Springer-Verlag gebe.

Anwalt Stephan Holthoff-Pförtner, einer der Gesellschafter der Funke-Gruppe, sagte, die Funke-Gruppe sei zu einem Einstieg bei Springer bereit, wenn die Konditionen stimmen. "Wenn wir einsteigen, müssen die Konditionen stimmen, und der Preis muss stimmen." Diese Bedingungen hätten von Anfang an gegolten.

"Dies bedeutet nicht ein Abwinken des Interesses an einem Engagement bei Springer", betonte Holthoff-Pförtner. Zum Stand der Verhandlungen um Springer sagte er, die WAZ-Gesellschafter hätten "noch nichts Abschlussreifes auf dem Tisch".

Die WAZ hatte angekündigt, das 40-Prozent-Aktienpaket an Axel Springer von Leo Kirch kaufen zu wollen. In der Folge lieferten sich die beiden Verlage einen öffentlich ausgetragenen Streit. Axel Springer lehnte einen Einstieg der Essener ab.

Politiker warnen vor "Linksruck" im Pressewesen

Selbst Politiker der CDU/CSU mischten sich ein. Sie befürchteten einen "Linksruck" in der Presselandschaft. Unbegründete Bedenken, wie Gewerkschafter und Medienexperten befanden.

Schon Anfang des Jahres hatte die WAZ Interesse an dem größten deutschen Zeitungsverlag angekündigt. Und schon damals traten die Gesellschafter dazwischen und lehnten ein Engagement beim Axel Springer Verlag ab.