Vivendi Universal Ausverkauf geht weiter

Im Umbau - der Konzern will sich von seiner gesamten Verlagssparte trennen.

New York/Paris - Jean-René Fourtou treibt den Umbau des hochverschuldete Medienkonzerns Vivendi Universal weiter voran. Konzernbereiche werden verkauft oder stehen noch zum Verkauf. Nun will der Vorstandsvorsitzende offenbar die gesamt Verlagssparte verkaufen. Das berichtet die "New York Post". Vivendi Universal Publishing könnte zwischen fünf und sechs Milliarden Dollar bringen.

In der Zeitung heißt es, Vivendi wolle das Geschäft bis zur Verwaltungsratssitzung am 25. September parat haben, auf der Vorstandschef Jean-René Fourtou seine Umstrukturierungspläne für den gesamten Konzern vorstellen will. Vivendi Universal nahm in Paris am Donnerstag dazu keine Stellung.

Ursprünglich wollte sich die Gesellschaft nach Brancheninformationen nur von ihrer Tochter Houghton Mifflin in Boston trennen, die unter den amerikanischen Lehrbuchverlagen an vierter Stelle rangiert. Das Unternehmen habe seine Investmentbanken jedoch neu angewiesen, die gesamte Verlagssparte anzubieten, berichtete die Zeitung. Die Spiele-Software-Sparte bleibe ausgenommen.

Vivendi Universal hat sich erst vor kurzem von einem wesentlichen Teil seiner französischen Presseerzeugnisse getrennt und seine Internetbeteiligung Vizzavi verkauft, um den immensen Schuldenberg abzubauen. Es würden mindestens zwei Investmentfirmen-Konsortien für den Verkauf der Verlagssparte gebildet, hieß es. Eine Gruppe soll aus Thomas H. Lee Partners, Blackstone Group, Apax Partners, Bain Capital und der Privatinvestmentsparte der französischen Bank BNP Paribas bestehen, eine weitere aus den Firmen Carlyle Group und Eurazeo.