ProSiebenSat.1 Urs Rohner bereitet Buyout vor

Der Vorstandsvorsitzende des Medienkonzerns plant ein Management-Buyout für ProSiebenSat1. Unterstützung soll er dabei von der Citibank und dem US-Investor KKR erhalten.

München – Über die Zukunft der insolventen KirchMedia ist noch längst nicht entschieden. Die Bieterrunde ist auf wenige Interessentenkreise geschrumpft, nun warten Geschäftsführung und Insolvenzverwalter auf verbindliche Angebote. Doch die Verhandlungen sind ins Stocken geraten, über Teilverkäufe wird nachgedacht.

Günstiger Zeitpunkt, selbst aktiv zu werden. Wie manager-magazin.de aus informierten Kreisen erfuhr, plant ein Konsortium um Urs Rohner, Vorstandsvorsitzender der ProSiebenSat1 AG , ein Management-Buyout für die ProSiebenSat1 AG.

Geldgeber soll Rohner bereits gefunden haben. Zu seinen Finanziers gehören den Angaben zufolge die Citibank, der US-Investor Kohlberg Kravis Roberts (KKR) und die auf Medien spezialisierte US-Investmentbank Hicks, Muse Tate & First, heißt es. Über die Höhe des geplanten Gebots ist bislang nichts bekannt. Experten schätzen den Unternehmenswert der Gruppe derzeit auf circa 2,3 Milliarden Euro.

In ProSiebenSat1 sind die TV-Sender Pro Sieben, Sat1, Kabel 1 und N24 eingegliedert. Das Unternehmen ist profitabel, auch wenn die anhaltende Werbeflaute den Fernsehanstalten zu schaffen macht. Im ersten Halbjahr 2002 brach der Gewinn vor Steuern um 70 Prozent auf 25 Millionen Euro ein. Der Umsatz sank um vier Prozent auf 985 Millionen Euro.

Das Interesse an der Sendergruppe ist indes ungebrochen. So warben die Kirch-Altgesellschafter (Berlusconi, Murdoch) als auch US-Filmstudios um den Konzern. Am Donnerstag bestärkte zudem der französische Sender TF1 noch einmal sein Interesse an ProSieben und Sat1.

Die Sendergruppe gilt als Leckerbissen der insolventen KirchMedia. Ursprünglich sollte das Medienunternehmen im laufenden Insolvenzverfahren als Ganzes verkauft werden. Da die Verkaufsbestrebungen jedoch ins Stocken geraten sind, denken Insolvenzverwalter und Geschäftsführung über den Verkauf einzelner Teile nach. ProSiebenSat1, an der KirchMedia mit 52,5 Prozent beteiligt ist, soll dabei als Lockvogel fungieren. Dem Käufer soll die Möglichkeit gegeben werden, über eine Kapitalerhöhung weitere Bereiche des Mutterkonzerns zu erwerben.

Ob Rohner angesichts der Bieter-Konkurrenz den Zuschlag erhalten könnte, ist offen. Dem Vorstandsvorsitzenden dürfte es jedoch schwer fallen, sich glaubhaft vom Verdacht freizusprechen, als Strohmann für Leo Kirch zu agieren. Wichtig sei aber eine deutliche Trennung von Kirch, meinen Branchenkenner. Eine Sprecherin von ProSiebenSat1 sagte gegenüber manager-magazin.de, an dem Plan eines Management-Buyouts sei nichts dran. Derzeit werde vielmehr der direkte Einstieg eines Investors geprüft, der dann weitere Assets von KirchMedia übernehmen könne. Es bleibt also weiter spannend.