Vivendi Universal Abschied auf Raten

Sommerschlussverkauf - der Medienkonzern veräußert seine Beteiligungen.

Hamburg / London – Vodafone hat den 50-prozentigen Anteil des angeschlagenen Medienkonzerns Vivendi Universal an der bislang gemeinsamen Internet-Tochter Vizzavi gekauft. Der Kaufpreis habe 142,7 Millionen Euro in bar betragen, teilte Vodafone am Freitag in London mit.

Vodafone setzt bei Vizzavi weiterhin auf den Ausbau multimedialer Unterhaltungsformate. Zudem habe die Internet-Tochter ein Portfolio von Partnerschaften, die Inhalte liefern. Dies komme der Strategie des britischen Mobilfunkanbieters zugute, den Kunden verschiedene Dienstleistungen anzubieten und habe besondere Bedeutung für den neuen Kundenservice Vodafone Live!, der in diesem Jahr auf den Markt kommen soll.

Damit kontrolliert Vodafone Vizzavi jetzt komplett. Lediglich das französische Angebot gehört noch zu 100 Prozent Vivendi. Vizzavi hat bei Vivendi keine weiteren Schuldenlasten.

Abschied von der Magazinsparte

Gleichzeitig gab Vivendi bekannt, dass auch eine Reihe seiner französischen Presseerzeugnisse den Besitzer wechseln. Die Magazine "L'Express" und "L'Expansion" gingen ebenso an die Verlagsgruppe Socpresse wie "L'Etudiant" und der Verlag Comareg, der in Frankreich bei Anzeigenblättern führend ist.

Die dabei erzielte Summe liege bei über 300 Millionen Euro, erklärte Vivendi. Bei Socpresse erscheint unter anderem die konservative Tageszeitung "Le Figaro".

Fortschritte beim Houghton-Mifflin-Verkauf

Auch der Verkauf des Lehrbuchverlags Houghton Mifflin macht Fortschritte. Wie die "Financial Times Deutschland" berichtete, wollen die US-Beteiligungsunternehmen Blackstone und Thomas H. Lee die Vivendi-Tochter Houghton übernehmen. Die Gesellschaften sollen bei der laufenden Versteigerung gemeinsam das bisher höchste Angebot unterbreitet haben

Blackstone und Thomas H. Lee sollen für den viertgrößten amerikanischen Lehrbuchverlag einen Betrag zwischen 1,5 Milliarden und zwei Milliarden US-Dollar geboten haben. Die Zeitung berichtete weiter, dass Vivendi-Vorstandschef Jean-René Fourtou hofft, den Verkauf noch bis zum Jahresende abzuschließen.

Für den schwer angeschlagenen französischen Misch- und Medienkonzern Vivendi Universal wäre die Veräußerungen der erste Schritt in einem umfassenden Beteiligungsverkauf zum Begleich der ausstehenden Schulden. Im vergangenen Halbjahr wurde ein Nettoverlust von 12,3 Milliarden Euro erwirtschaftet. Die Verbindlichkeiten des Gesamtkonzerns einschließlich der Umwelt-Sparte Vivendi Environnement belaufen sich jetzt auf 35 Milliarden Euro.