Comdirect "Das wäre ein unsinniger Schritt"

Integration, nein danke - die Konzernmutter Commerzbank will den Online-Broker nicht antasten.

Frankfurt - Die Commerzbank  will von einer Integration der angeschlagenen Broker-Tochter Comdirect  nichts wissen. "Das wäre ein unsinniger Schritt", sagte der verantwortliche Vorstand Martin Blessing der Tageszeitung "Die Welt".

"Wir sind auf dem besten Weg, alle Synergien zu nutzen, die wir zwischen Konzern und Comdirect erzielen können", fuhr der 39-jährige Banker fort. Die Wertpapiertransaktionen würden von der Commerzbank abgewickelt, die Call-Center gemeinsam betrieben. Weitere Schritte würden folgen. "Alles, was wir am Ende durch eine Integration sparen würden, wären die Kosten für den Jahresabschluss und das Marketing."

Comdirect hatte im ersten Halbjahr 2002 vor Steuern ein Ergebnis von 2,5 Millionen Euro erzielt. Allerdings betonte das Unternehmen, dass das Plus auch auf Einmal- und Sondereffekte wie Beteiligungsverkäufen zurückzuführen ist.

Comdirect-Vorstandschef Achim Kassow bremste bei der Vorlage die Zahlen die Erwartungen für das Gesamtjahr: "Es ist aus heutiger Sicht fraglich, ob das in Aussicht gestellte positive Ergebnis in der Comdirect zum Jahresende erreicht werden kann." Die bisherigen Kostensenkungen hätten in Deutschland angesichts der Marktlage noch keine tief greifende Wirkung gezeigt.

Commerzbank-Vorstand Blessing bleibt trotz der zurückhaltenden Vorgaben seines Kollegen optimistisch, was das Geschäft des Online-Brokers angeht. "Der Konsolidierungsdruck ist angesichts der schwarzen Null bei der Comdirect geringer als bei den Wettbewerben", sagte er mit Blick auf die DAB Bank, die im zweiten Quartal einen Verlust von 12,9 Millionen Euro erwirtschaftet hat.