Liberty Media Quereinstieg

Der US-Investor bietet angeblich 1,5 Milliarden Euro für die TV-Kabel-Holding Callahan NRW.

Frankfurt – Nachdem Liberty Media bislang beim Bundeskartellamt abgeblitzt ist, schlägt das Unternehmen nun einen anderen Weg ein, um in den deutschen TV-Kabel-Markt einzusteigen. Wie die Nachrichtenagentur dpa-afx meldet, hat der US-Medienkonzern nach Angaben aus verhandlungsnahen Kreisen 1,5 Milliarden Euro für die Mehrheitsübernahme der angeschlagenen TV-Kabel-Holding Callahan NRW geboten.

Dieses Angebot liege deutlich unter dem Preis, den die US-Investorengruppe Callahan an die Deutsche Telekom  für das Kabelnetz gezahlt habe. Eine Sprecherin von Callahan NRW wollte dies weder bestätigen noch dementieren.

Liberty Media wollte von der Telekom selber sechs regionale Kabelnetze übernehmen, scheiterte aber Anfang des Jahres am Votum des Bundeskartellamtes. Derzeit bietet das Unternehmen jedoch in einem Konsortium wieder bei den immer noch zum Verkauf stehenden Kabelnetzen mit.

Weiterer Interessent für das Callahan-Unternehmen soll der australisch-amerikanische Medienkonzern News Corp. sein, der zum Rupert-Murdoch-Imperium gehört. Dem Unternehmen werden aber nur wenig Chancen für einen Einstig eingeräumt, hieß es in den Kreisen.

Callahan NRW hatte im Juli Insolvenz wegen Überschuldung beantragt. An der Holding hält die US-Investorengruppe Callahan 55 Prozent der Anteile und die Deutsche Telekom den Rest. Die Amerikaner können 2004 eine Kaufoption für die 45 Prozent der Telekom ziehen. Callahan NRW betreibt die TV-Kabelnetze Ish in Nordrhein-Westfalen und Kabel Baden-Württemberg.