Spielkonsolen Wettrüsten

Digitalkamera, MP3-Player und Gameboy in einem Gerät. Um neue Märkte und Kunden zu gewinnen, bestücken Konsolenhersteller ihre Produkte mit immer mehr Zusatzfunktionen.

Hamburg – In der Technologiebranche setzen die Hersteller derzeit immer häufiger auf Konvergenz. Nach dem Motto "Alle müssen alles können" wenden sich Handy- und PDA-Produzenten von der einseitigen Ausrichtung ihrer Geräte ab.

Mobiltelefone warten mit Organizerfunktionen auf, mit Organizern kann der Nutzer telefonieren. Und alle zusammen bieten den Zugang zum Internet an. Die Zeiten, in denen man mehrere Geräte für unterschiedliche Aufgaben mit sich führte, sind vorbei.

Zunehmend setzen auch Hersteller von Spielkonsolen auf diese Strategie. Schon seit längerem rüsten Microsoft  (Xbox) und Sony  (Playstation 2) ihre Geräte mit PC-Funktionen auf. Im Kampf um Marktanteile werben beide Konzerne mit dem Internet-Zugang. Sony bietet zusätzlich zur Playstation 2 ein Linux-Set mit Harddisk, Tastatur und Maus an, wodurch der Unterschied zwischen Computer und Spielplattform endgültig aufgehoben wird.

Intensiv bemühen sich auch die Hersteller von Minikonsolen um die Aufrüstung ihrer Geräte. Für den Gameboy von Nintendo  etwa soll es bald zahlreiche technische Ergänzungen geben. Mit einem Aufsatz lässt sich das Gerät schon jetzt zum Radio umfunktionieren.

Digitalkamera, MP3-Player und Internetzugang

Noch in diesem Jahr sollen weitere Zusatzfunktionen folgen. Mit dem Song Pro Player kann der Nutzer auf dem Gameboy MP3-Dateien hören. Mit der Wormcam wird aus der Kleinkonsole eine Digitalkamera, und das Xtra-Fun-Karte soll den Zugang zum Web ermöglichen.

Noch leiden die Dreingaben unter allerlei Kinderkrankheiten. So lassen sich nach einem Bericht des "Wall Street Journal" zwar mit Xtra Fun über den Gameboy E-Mails verschicken, allerdings dürfen die Teilnehmer dazu nicht weiter als 100 Meter voneinander entfernt sein.

Mit der Einführung der Erweiterungsfunktionen wollen sich die Konsolenherstellern neue Märkte erschließen. Microsoft wittert durch die Etablierung seiner Xbox als PC-Alternative eine neue Absatzmöglichkeit für sein Windows-Betriebssystem. Sony wiederum sieht in der aufgemotzten Playstation ein ideales Vertriebsinstrument für seine Film- und Musiksparten.

Zudem haben die Anbieter neue Käuferschichten im Visier. Zwar können die Konsolenhersteller auf traumhafte Zuwachsraten in den vergangenen Jahren verweisen, doch der Großteil der Abnehmer besteht aus den so genannten "Hardcore-Gamers", die lediglich spielen wollen. Mit den Konvergenzangeboten sollen nun jene Kunden gewonnen werden, die mit ihrem Gerät auch andere Funktionen wahrnehmen wollen.

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