Swisscom "Wir hatten einen Engel"

Der Schweizer Konzern will klagen, wenn Berlin die UMTS-Regeln ändert.

Berlin - Der Schweizer Telekomkonzern Swisscom schließt eine Klage gegen mögliche nachträgliche Änderungen der Vergaberegeln für die deutschen UMTS-Lizenzen nicht aus.

"Wir haben unter bestimmten Spielregeln mitgesteigert und sind unter Berücksichtigung dieser Regeln auch ausgestiegen. Gegen eine nachträgliche Änderung durch den Regulator hätten wir große Bedenken und würden Ansprüche anmelden", sagte Swisscom-Chef Jens Alder der "Welt am Sonntag". Dies könne unter Umständen auch eine Klage bedeuten.

Swisscom war mit ihrer Tochter Debitel aus der UMTS-Auktion vor zwei Jahren bei einem Preis von fünf Milliarden Euro ausgestiegen. "Wir hatten einen Engel", beurteilte Alder die Entscheidung in der Rückschau. Mit der teuren Lizenz wäre Swisscom heute sehr unglücklich.

UMTS-Lizenz selbst geschenkt noch unattraktiv

Ein künftiges Engagement im deutschen UMTS-Netzbetrieb schloss Swisscom aus, selbst wenn die Lizenz kostenlos wäre. Der UMTS- Einstieg lohne sich nicht, wenn damit der komplette Aufbau eines Mobilfunknetzes verbunden sei, sagte Alder.

In der Branche gibt es Forderungen, dass die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (Regtp) den Handel mit Lizenzen zulassen sollte. Nur so wären auch Fusionen von kleineren Marktteilnehmern denkbar, ohne dass die UMTS-Lizenz an den Regulierer zurückfällt.

Ende Juli hatten der Mobilfunkneuling Quam, die Marke des spanisch-finnischen Konsortiums Group 3G seine Geschäfte eingefroren. Die Vorbereitungen für das UMTS-Geschäft sollen weiterlaufen. Group 3G und fünf andere Unternehmen hatten vor zwei Jahren jeweils eine Lizenz für mehr als acht Milliarden Euro ersteigert.

UMTS-Wahn: High Risk - No Fun Debitel: Bereit für UMTS

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