AMD/Intel Die Chipschlacht geht weiter

Der Kampf um Anteile am Prozessormarkt setzt sich fort. AMD attackiert Intel mit schnellen CPUs, Preissenkungen und einem neuen Bewertungssystem für die Rechnerleistung.

Sunnyvale/Hamburg – Der Chiphersteller Advanced Micro Devices (AMD) erhöht im Konkurrenzkampf mit Marktführer Intel  den Druck. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen den weltweit leistungsfähigsten Chip für Personal Computer entwickelt.

Ed Ellett, Marketing-Chef von AMD , bezeichnete die bevorstehende Markteinführung des neuen Prozessors XP 2600+ als "Sieg für die Anwenderorientierung und das Ende des Megahertz-Mythos". Bislang galt die Takt-Rate, gemessen in Megahertz oder Gigahertz, als Maß für Leistung und Schnelligkeit eines CPUs.

AMD verzichtet seit geraumer Zeit auf diese Angabe. Nach Messungen des Branchen-Dienstes "Heise online" erreicht der neue Athlon 2,133 Gigahertz und liegt damit unter dem derzeit schnellsten Intel Pentium 4 mit 2,53 Gigahertz.

Mehr Leistung bei gleichem Takt

Laut AMD ergaben Messungen im Praxistest, etwa mit Office-Programmen, Spielen oder 3D-Software, dass der XP 2600+ den derzeit schnellsten Pentium 4 dennoch übertrifft. Die verbesserte Chip-Architektur und neue Technologien zur Unterstützung von bestimmten Multimedia-Anwendungen würden demnach die Leistung des Prozessors bei gleich bleibender Takt-Rate deutlich verbessern. Erste mit dem AMD Athlon XP 2600+ ausgestattete Computer-Systeme sollen voraussichtlich im September erhältlich sein, teilte der Chiphersteller mit.

Seit Jahren liefert sich Herausforderer AMD einen erbitterten Kampf mit dem Chipgiganten Intel und dessen Pentium-Prozessoren. In den vergangenen Monaten musste das Unternehmen Marktanteile an den übermächtigen Konkurrenten abgeben. Zudem verbuchte AMD im zweiten Quartal, das Mitte Juli zu Ende ging, einen überraschend hohen Nettoverlust von 184,9 Millionen Dollar.

Als Grund wurde neben der schwachen Nachfrage im IT-Bereich auch der fortgesetzte Preiskampf mit Intel genannt. Erst am Mittwoch kündigte AMD an, die Tarife für seine Produkte umfassend zu senken. Nach Presseberichten wird Intel Anfang der kommenden Woche den Pentium 4 ebenfalls billiger anbieten.

Punktsieg mit Firmencomputer

An anderer Stelle konnte AMD zuletzt einen wichtigen Punktsieg einfahren. Anfang der Woche meldete der Chiphersteller, dass der weltweit größte Computerproduzent Hewlett-Packard (HP) einen neuen Firmencomputer mit einem AMD-Prozessor plant. Damit gelingt der Einstieg in den wichtigen Markt für Unternehmens-Hardware, der bisher von Intel dominiert wird.

Branchenkenner reagierten mit Interesse auf den Überraschungscoup. "Wenn das Unternehmen die Feuertaufe mit HP besteht, könnte das ein Signal für andere große Computerhersteller sein", sagte ein Analyst gegenüber der "Financial Times Deutschland".

Gleichzeitig arbeitet AMD weiter daran, den von Intel gepflegten "Megahertz-Mythos" zu relativieren. Mit einem neuen Bewertungssystem unter dem Titel "True Performance Initiative" will der Prozessorproduzent dem Endkunden die Möglichkeit eröffnen, die Rechner-Leistung unabhängig von der CPU-Perfomance zu bewerten.

"Wir arbeiten mit führenden Herstellern der PC-Industrie zusammen, damit der Endanwender besser einschätzen kann, wie schnell ein Rechner wirklich ist", sagte der AMD Vice President Patrick Moorhead. Er hofft, dass Anfang kommenden Jahres das neue Bewertungssystem für die PC-Leistung vorgestellt werden kann.