HypoVereinsbank Abschied vom Online-Broker?

Das Geldhaus schließt angeblich den Verkauf seiner verlustreichen Tochter DAB Bank nicht mehr aus. Mögliche Käufer könnten Charles Schwab oder Egg sein.

München – Die HypoVereinsbank  schließt offensichtlich einen Verkauf der verlustreichen Online-Tochter DAB Bank  nicht mehr aus. "Das ist alles möglich", hieß es am Freitag in Finanzkreisen. Auch eine Fusion mit dem Wettbewerber Comdirect Bank  sei möglich, heißt es in einem Bericht der "Welt".

Bis zum Jahresende kämen alle Verlustbringer auf den Prüfstand. Die mögliche Abgabe der DAB-Aktienmehrheit ist dem Bericht zufolge ein Bestandteil des Sparprogramms, das Konzernchef Albrecht Schmidt vor wenigen Tagen angekündigt hatte.

Gespräche mit Charles Schwab und Egg

In einem Brief an die leitenden Mitarbeiter schrieb der Vorstandsvorsitzende, die Bank schleppe nach wie vor Fettpolster mit sich herum und müsse die Kosten daher noch stärker senken. Bereits am Mittwoch war daher über einen Verkauf der DAB Bank spekuliert worden. Die HypoVereinsbank wollte sich aber auch am Freitag nicht zur Zukunft der DAB Bank äußern.

Gespräche über die DAB Bank würden unter anderem mit dem amerikanischen Vermögensverwalter Charles Schwab Corp. und dem britischen Anbieter Egg geführt werden, heißt es in dem Bericht.

Die HypoVereinsbank war im zweiten Quartal vor allem wegen der Pleitewelle in Deutschland operativ in die roten Zahlen gerutscht. Der Betriebsverlust betrug 89 Millionen Euro nach einem operativen Gewinn von 330 Millionen Euro im ersten Quartal.

Die DAB Bank hat im vergangenen Jahr ihren Verlust mehr als verdreifacht. Das Ergebnis vor Steuern lag unter anderem wegen des schwachen Börsenumfelds sowie außerplanmäßiger Abschreibungen mit 229,3 Millionen Euro im Minus.