Intershop Analysten überrascht

Die Jenaer Softwarefirma hat ihren Nettoverlust im zweiten Quartal weiter reduziert. Der Umsatz ist jedoch leicht gesunken. Dennoch, verspricht das Unternehmen für das vierte Quartal ein ausgeglichenes Ebitda.

Jena - Der Softwareanbieter Intershop  hat im zweiten Quartal den Nettoverlust weiter verringert. Nun rechnet das Unternehmen damit, im vierten Quartal des laufenden Geschäftsjahres ein ausgeglichenes Ebitda zu erzielen. Nicht ganz so gut sehen allerdings die Umsatzzahlen aus. Wie Intershop mitteilte, hat sich der Umsatz im zweiten Quartal auf 12,1 von 12,2 Millionen Euro im ersten Quartal 2002 leicht verschlechtert.

Von Reuters befragte Analysten hatten zuvor mit einem Umsatz zwischen 12,4 und 13,4 Millionen Euro gerechnet. Sie stellten jedoch klar, dass es vor allem auf die Entwicklung der Lizenzerlöse ankomme. "Ein Einbruch der Lizenzerlöse wäre sehr negativ zu werten", sagte Analyst Matthias Dürr von der DZ Bank.

Aber Entwarnung. Die Lizenzumsätze legten leicht zu. Dem auf Software für den elektronischen Handel spezialisierte Unternehmen zufolge stiegen die Lizenzumsätze von 6,2 Millionen Euro auf 6,3 Millionen Euro. Damit hätten sie im zweiten Quartal einen Anteil am Gesamtumsatz von 52 Prozent nach 51 Prozent im ersten Quartal.

Kosten gesenkt

Intershop teilte darüber hinaus mit, dass der Nettoverlust von 13,3 Millionen Euro im ersten Quartal auf 5,8 Millionen Euro gesunken sei. Analysten prognostizierten zuvor einen Nettoverlust zwischen 4,9 Millionen Euro und 8,3 Millionen Euro. Dabei seien die Gesamtkosten im zweiten Quartal wie geplant auf 18 Millionen von 25,6 Millionen Euro im ersten Quartal gesenkt worden. Mirko Maier, Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg, sagte gegenüber manager-magazin.de, mit dieser Kostenreduzierung habe ihn Intershop überrascht. Er geht davon aus, dass die Kosten im nächsten Quartal noch einmal sinken werden.

Intershop kündigte dementsprechend an, dass die Gesamtkosten auch in den nächsten Monaten leicht gesenkt werden. Damit einher sinke auch der Barmittelverbrauch deutlich.

Beim Umsatz hofft die Softwarefirma vor allem auf das vierte Quartal. In der traditionell stärksten Zeit soll den Planungen zufolge der Umsatz kräftig ansteigen, sodass das Unternehmen das vierte Quartal mit einem ausgeglichenen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) abschließen kann. Beim dritten Quartal erwartet das Unternehmen allerdings einen Umsatz auf dem Niveau des zweiten Quartals.

Maier äußerte sich skeptisch. Dass der Markt im vierten Quartal wieder stark anziehen wird, sei keinesfalls sicher. Wenn nicht, hätte Intershop ein Problem. Insgesamt sieht der Analyst die Fortschritt des Unternehmens bei der Restrukturierung aber positiv. Die starken Einsparungen gerade im Bereich der Forschung und Entwicklung seien allerdings auf Dauer bedenklich. Die Landesbank Baden-Württemberg stuft die Intershop-Papiere derzeit auf "reduzieren".

Intershop hatte ursprünglich die Gewinnzone auf Ebitda-Basis schon für das vierte Quartal 2001 angekündigt. Dann platzte die Internetblase und veranlasste das Unternehmen, dieses Ziel aber Ende Oktober 2001 auf die zweite Hälfte 2002 zu verschieben.

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