Kirch-Krise Wer bietet mit?

Am Mittwoch werden die Weichen für die Kirch-Gruppe gestellt. Bis zum Abend müssen die interessierten Unternehmen ihr Angebot für die insolvente KirchMedia abgeben. Wer bis dahin nicht geboten hat, ist draußen.

Hamburg – Die Stunde der Wahrheit rückt näher. Wer bietet für KirchMedia und vor allem wie viel? Rund 10 Interessenten sollen sich gemeldet haben, heißt es aus Verhandlungskreisen. Geboten hat angeblich bis dato allerdings noch niemand. Doch die Bieterfrist endet am Mittwochabend. Wer dann kein vorläufiges Angebot abgegeben hat, ist draußen. Von einer möglichen Fristverlängerung ist derzeit keine Rede.

In seinem Vorhaben bestärkt fühlt sich das Konsortium um den Heinrich Bauer und Axel Springer Verlag. Erst in der vergangenen Woche wurde bekannt, dass sich die HypoVereinsbank  und möglicherweise der Spiegel Verlag an dem Konsortium beteiligen wollen. Branchenkenner rechnen der Vierer-Gruppe die besten Chancen aus, den Zuschlag für KirchMedia zu erhalten. Andreas Fritzenkötter, Sprecher des Heinrich Bauer Verlags, bestätigt gegenüber manager-magazin.de: "Am Mittwoch werden wir ein Angebot abgegeben."

Wer kennt schon das Morgen?

Bei der konkurrierenden Commerzbank  will sich Sprecher Dieter Schütz nicht festlegen. Er könne nicht verbindlich sagen, ob das Bankhaus ein Angebot abgeben werde. "Morgen ist morgen", vertröstet er am Dienstag.

In Presseberichten hieß es, nach dem Aufgebot von Springer und Bauer wolle das Bankhaus nicht mehr mitbieten, was die Commerzbank aber bestritt. Branchenkenner vermuten, die Bank und Konsortiumspartner Columbia Tristar verhandeln noch mit potenziellen Partnern wie dem französischen Sender TF1.

Zum Bieterkreis gehören neben Bauer und Springer sowie Commerzbank und Columbia Tristar angeblich auch der US-Medienkonzern Viacom, TF1, der US-Milliardär Haim Saban, sowie die Altgesellschafter Lehman Brothers, News Corp. und Mediaset. Im Gespräch waren zwischenzeitlich auch der TV-Produzent Endemol und der Sender NBC.

Drei heiße Kandidaten

Sobald die Bieterfrist endet, versammeln sich am Donnerstag die Gläubiger. Insolvenzverwalter Michael Jaffé wird den Unternehmen Rede und Antwort stehen, was bislang passiert ist. Dabei sollen auch angeblich die drei heißen Kandidaten für KirchMedia gekürt werden. In Presseberichten hieß es, die Angebote pendelten zwischen 1,8 und 2,5 Milliarden Euro. Die Gläubigerbank Commerzbank hatte zuvor gefordert, es müsse mindestens ein Preis von 1,5 Milliarden Euro erzielt werden.

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