Verlagsgruppe Milchstraße Konzern zieht die Notbremse

Schlechte Nachrichten für die Mitarbeiter. 70 Beschäftigte müssen gehen.

Hamburg – Die Werbeflaute hat die Verlagsgruppe Milchstraße voll erwischt. Das Unternehmen hatte während des Dotcom-Booms kräftig in Objekte wie beispielsweise "Tomorrow" und "Net-Business" investiert und fällt damit nun ofensichtlich auf die Nase.

Konsequenzen sind bereits gezogen. "Net-Business" ist längst eingestellt und beim Magazin "Tomorrow" wurden Stellen abgebaut. Die Anzeigenkrise macht indes nicht vor dem Flagschiff "TV Spielfilm" halt. Die Programmzeitschrift wird im Vergleich zum Vorjahr beim Budget ein deutliches Minus schreiben, heißt es.

Auch bei "Max", das der Verlag noch vor wenigen Monaten zum ernstzunehmenden "Stern"-Konkurrenten hochtunen wollte, sieht es den Berichten zufolge nicht besser aus. Werbekunden halten sich in diesen Tagen lieber zurück.

Alle Redaktionen betroffen

Nun hat das Verlagshaus beschlossen, 70 seiner insgesamt 635 Mitarbeiter zu entlassen. Es sei keine Erholung des Marktes in Sicht, heißt es als Begründung. Auch beim Vertrieb gebe es keine Erholungstendenzen, schreibt Kress.de.

Einen Zeitpunkt, bis wann die Maßnahmen umgesetzt werden sollen, will die Verlagssprecherin Yvonne von Stempel gegenüber manager-magazin.de nicht angeben. Betroffen sind 20 Beschäftigte in den Redaktionen der Printobjekte sowie 50 im Verlag. Dass das Unternehmen sich möglicherweise von einzelnen Objekten trennen möchte – oder gar schließen –, schloss die Sprecherin aus. An ihren Titeln will die Verlagsgruppe festhalten.

Bereits im April dieses Jahre befürchtete der Betriebsrat einen weitgehenden Stellenabbau und sah die Existenz der Verlagsgruppe gefährdet, berichtete der "Kontakter" unter Bezugnahme auf einen Brief des Gremiums an die Milchstraßen-Gesellschafter. Das sind die Verlage Burda, Rizzoli und der Verleger Dirk Manthey. Anlass des Briefes war der Stellenabbau bei "Tomorrow" und die Einstellung von "Net-Business". Im Jahr 2001 erwirtschaftete die Verlagsgruppe umgerechnet 220 Millionen Euro. Für dieses Jahr erhoffte sich der Konzern eine Steigerung um rund 4,5 Prozent. Daraus wird wohl nichts mehr.