Amazon Aggressive Preiskampagnen

Der Onlinehändler präsentierte überraschend gute Zahlen. Wie die Internetfirma die Konsumflaute meistert, erzählt Deutschlandchef Ralf Kleber im Interview.

mm.de:

Herr Kleber, Amazon hat mit guten Zahlen für das zweite Quartal überrascht. Spüren Sie gar nichts von der Konsumflaute?

Ralf Kleber: Natürlich sind wir nicht gegen eine Marktflaute immun. Aber sie hat uns bislang nicht getroffen. Zudem sind wir im Preissegment sehr agil. Wir begegnen der Absatzschwäche weltweit mit attraktiven Preisen. Unsere Kunden finden bei uns immer Sonderangebote.

mm.de: Sie haben im ersten Quartal in Deutschland die Rubrik Marketplace eingeführt. Nutzer können dort auch Gebrauchtwaren verkaufen. Wird das Angebot angenommen und wie hoch ist der Anteil am Umsatz?

Kleber: Wir haben in diesem Bereich derzeit über fünf Millionen Produkte registriert. Zum Umsatz kann ich ihnen leider nichts sagen. Nur so viel: Dieses Segment wuchs in den ersten vier Monaten seit seiner Einführung in Deutschland und Großbritannien doppelt so schnell wie in den USA. 40 Prozent aller Käufer bei Amazon.com haben im vergangenen Jahr von Drittleistern gekauft.

mm.de: Werden Sie ihre Prognose für das Gesamtjahr 2002 einhalten, einen Umsatzzuwachs von 18 Prozent zu erreichen?

Kleber: Ja, davon gehen wir aus. Wir haben die Prognose gerade erst von zehn Prozent im vierten Quartal 2001 dann auf 15 Prozent im ersten Quartal 2002 auf 18 Prozent hochgesetzt. Insofern halten wir dies für eine realistische Einschätzung. Garantien gibt es allerdings nie.

mm.de: Ihre Zahlen haben sich verbessert. Wie aber sieht es bei den Schulden aus, drücken diese nicht auf das Ergebnis?

Kleber: Für uns ist dieses Thema momentan nicht vorrangig wichtig. Wir haben langfristige Kreditlinien. Erst ab dem Jahr 2008 stehen sie zur Tilgung an. Für uns ist zunächst wichtig, die richtige Kostenstruktur zu erreichen. Zudem sind wir mit 824 Millionen Dollar Liquidität weiter gut aufgestellt.

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