Yahoo Peinliche Panne

Nutzer des Mailsystems von Yahoo trauten ihren Augen nicht: Bestimmte Worte in ihren Briefen waren durch andere ersetzt worden. Das sei ein "Schutz vor Hackern", sagt Yahoo. Eine schadhafte Software, meinen hingegen Experten.

Sunnyvale - Angeblich als Schutzmaßnahme gegen Computerviren hat das US-Internetunternehmen Yahoo! nach eigenen Angaben zu einem skurrilen Mittel gegriffen: Eine Software änderte automatisch bestimmte Wörter in E-Mails, die Yahoo!-Kunden über die Systeme des Unternehmens verschickten.

Die Maßnahme sei eine von vielen zum Schutz gegen Hackerangriffe, sagte eine Yahoo!-Sprecherin am Mittwoch. Nach einem Bericht des Internet-Informationsdienstes news.com wandelt das Programm zum Beispiel das englische Wort "mocha" (Mokka) in "espresso" um. "mocha" ist ein JavaScript-Befehl, und JavaScript nutzten auch Hacker, sagte die Yahoo!-Sprecherin.

Eine Aussage, die die Peinlichkeit der Panne letztlich nur verschärft: Solche Filter sind ja nicht ungewöhnlich - allerdings setzen dann gemeinhin am zu "zensierenden" Script an, und nicht am Inhalt der E-Mails. "Für mich sieht das einfach nach einer schadhaften Software aus", sagte Richard Smith, Leiter der Internet-Site ComputerBytesMan.com, einem Informationsdienst für Web-Sicherheit.

Eine Sprecherin des Softwarekonzerns Microsoft bestätigte, dass deren kostenloses E-Mail-System "Hotmail" zwar bestimmte Programm-Codes blockiere. Eingriffe in Texte gebe es aber nicht.

Tests des Yahoo!-Mailsystems in den letzten Stunden erbrachten keine Änderungenvon Inhalten mehr. Yahoo! äußert sich nicht dazu, ob die Software nun so funktioniere, wie sie es sollte - oder aber einfach abgeschaltet wurde.