Liberty Media John Malone lässt nicht locker

Das US-Unternehmen plant erneut ein Angebot für die TV-Kabelnetze der Deutschen Telekom abzugeben. Dieses Mal will der Konzern jedoch in einem Bieter-Konsortium auftreten.

Frankfurt - Die Investmentgruppe Liberty Media sucht nach Geldgebern, die ihr Engagement in der deutschen Kabellandschaft finanzieren soll. Das US-Unternehmen von John Malone soll nach Informationen der "Financial Times" an private Investoren herangetreten sein.

Liberty Media plant - trotz der Absage des Bundeskartellamtes - die zum Verkauf stehenden TV-Kabelnetze der Deutschen Telekom zu übernehmen. Als mögliche Investoren an Libertys Seite gelten die beiden Unternehmen Apax Partners und Apollo Management.

Wie die Zeitung berichtet, wolle das US-Unternehmen mit weiteren Geldgebern ein Konsortium bilden, um die Wettbewerbshüter milde zu stimmen. Diese hatten Anfang des Jahres die Übernahme von sechs regionalen Kabelnetzen der Deutschen Telekom abgelehnt. Die Behörde befürchtete eine monopolartige Stellung Libertys.

Damals hatte das US-Unternehmen rund 5,5 Milliarden Euro für die Netze geboten. Zur Zeit sollen Experten den Wert der sechs Kabelnetze auf circa 2,5 Milliarden Euro schätzen. Der Preis könne aber noch auf drei Milliarden Euro klettern, sollte wieder Schwung in die Auktion kommen.

Der Telekomkonzern ist Presseberichten zufolge unterdessen mit etwa zwölf potenziellen Käufern im Gespräch. Der Konzern habe die Objekte vor den ausgewählten Unternehmen präsentiert, nun erwartet die Telekom bis zum 24. Juli Kaufangebote.

Ob Liberty-Chef Malone das Geld, das er derzeit einzutreiben versucht, tatsächlich für den Kabelkauf benötigt, ist allerdings unklar. In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass der US-Milliardär an dem Film- und Fernsehgeschäft von Vivendi Universal interessiert sei. Der französisch-kanadische Konzern ist unter anderem über das Hollywood-Unternehmen Universal Studios in diesem Bereich tätig.